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Tibco kürzt erneut die Prognose

01.06.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Tibco Software befürchtet, dass die Umsätze das zweite Quartal in Folge schwächer als erwartet ausgefallen sind. Nach vorläufigen Schätzungen rechnet der kalifornische Integrationsspezialist im abgelaufenen zweiten Geschäftsquartal 2004/05 (Ende: 27. Mai) mit Einnahmen von 100 bis 102 Millionen Dollar, was einem Plus von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Der Nettogewinn soll voraussichtlich zwei bis drei Cent pro Aktie betragen, auf Pro-forma-Basis hält Tibco einen Wert von vier Cent je Anteil für möglich.

Obwohl diese Werte auf den ersten Blick ganz passabel erscheinen, sank der Kurs der Tibco-Aktie nach der Bekanntgabe um mehr als elf Prozent auf 5,62 Dollar. Von Thomson First Call befragte Analysten hatten bislang im Schnitt mit einem Pro-forma-Profit von sechs Cent pro Anteilschein und 108 Millionen Dollar Umsatz gerechnet.

Tibco-Chef Vivek Ranadive räumte ein, dass im abgelaufenen Dreimonatsraum nicht alles glatt gelaufen sei. Die Nachfrage im Bereich Finanzdienstleistungen sei anhaltend stark, erklärte Ranadive. Allerdings seien ein halbes Dutzend größerer Aufträge, die meisten davon in den USA, verschoben worden. "CIOs, die üblicherweise siebenstellige Abschlüsse selbst abzeichnen, mussten ihre Chefs um Erlaubnis fragen."

Die Schilderungen des Tibco-CEOs deuten an, dass die Company bei der Lösung der Probleme im ersten Geschäftsquartal - mangelndes Management in einigen Regionen, insbesondere Europa - zu weit gegangen sein könnte. Als eine der Maßnahmen wurde Robin Gilthorpe, der Chef des nun enttäuschend schwachen Bereich Financial Servies, zum Leiter des Europageschäfts ernannt. (mb)