Neuer RIM-Chef

Thorsten Heins will mit Blackberry wieder unter die Top 3

30.01.2012
Der neue Chef des angeschlagenen Blackberry-Anbieters Research in Motion (RIM), Thorsten Heins, will sein Unternehmen zu einem der größten Produzenten von mobilen Computern machen.
RIM-Chef Thorsten Heins - kann er das Ruder herumreißen?
RIM-Chef Thorsten Heins - kann er das Ruder herumreißen?
Foto: RIM

"Ich will auf Dauer unter den ersten Dreien sein im Markt für mobile Computer", sagte der 54-jährige Deutsche, der seit 2007 bei RIM arbeitet und vergangene Woche überraschend an die Spitze des kanadischen Unternehmens berufen wurde, dem "Handelsblatt" (Montagausgabe). Er will dies mit einem neuen Betriebssystem und vielen neuen Anwendungsprogrammen (Apps) schaffen. Damit soll die Wende gelingen.

Blackberry hatte in den vergangenen Jahren zahlreiche Trends verschlafen - vor allem in den Vereinigten Staaten schrumpfte deshalb der Marktanteil zuletzt drastisch. Der einstige Trendsetter bei hochwertigen Handys, sogenannten Smartphones, sah zuletzt vor allem im Vergleich zu Apple und Samsung schlecht aus. "Batterie-Laufzeit, Netzwerk-Effizienz, schnelles Tippen und Sicherheit waren immer unsere Stärken. Aber vor allem in den USA können wir damit allein die Leute nicht mehr begeistern", sagte Heins.

Vor allem die Probleme in den USA seien nicht zu verkennen. Schwächen beim Angebot von kleinen Programmen will RIM nun adressieren: "Die Zahl der Apps ist vielleicht gar nicht so entscheidend, eher deren Qualität. Aber natürlich soll jeder Kunde die App haben, die er braucht. Deswegen werden Android-Apps ab Februar auf dem Playbook und später auf dem Blackberry 10 laufen können." Heins räumt in dem Interview Fehler ein, will sich die Lage aber nicht schlecht reden lassen. "Wir hatten Probleme. RIM ist so schnell gewachsen, dass wir manchmal unsere Pläne nicht einhalten können", sagte er.

Der RIM-Chef wies auf Erfolge in Europa, im Mittleren Osten, Asien und im pazifischen Raum. "Es stimmt einfach nicht, dass wir weltweit auf der Verliererseite sind." Er geht davon aus, dass er genügend Zeit hat, um das Steuer wieder herumzureißen. "Es wird kein Quartal geben, in dem wir Verluste machen oder in dem uns das Geld ausgeht", sagte er. Der vom ehemaligen Siemens-Manager avisierte Markt für mobile Computer befindet sich derzeit im Umbruch. Früher wurde das Segment von den Laptop-Herstellern wie Dell, Lenovo oder Hewlett-Packard (HP) dominiert.

In den vergangenen Jahren drängten Handyhersteller wie Apple, HTC, Nokia oder Samsung mit immer besser ausgestatteten Geräten in den Markt. Zudem sorgte Apple mit dem iPad für den Durchbruch von sogenannten Tablet-PCs. Experten gehen davon aus, dass die drei Segmente weiter zusammenwachsen. (dpa/tc)