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Texas Instruments warnt vor Auftragsrückgang

24.10.2006
Der Halbleiterhersteller Texas Instruments (TI) hat im dritten Quartal Umsatz und Gewinn erwartungsgemäß gesteigert.

Für das laufende letzte Jahresviertel rechnet der Konzern aber mit weiteren Auftragsrückgängen und einer Belastung der Erlöse. Obwohl diese Ankündigung für Analysten nicht unbedingt überraschend kam, verlor die Texas-Instruments-Aktie im nachbörslichen Handel 1,3 Prozent auf 31,46 Dollar. Vor Veröffentlichung der Ergebnisse hatte sie an der New Yorker Börse noch deutlich zugelegt.

Wie Texas Instruments am Montagabend nach Börsenschluss in Dallas mitteilte, stieg der Überschuss im abgelaufenen Quartal auf 702 (Vorjahr: 631) Millionen Dollar. Auf die einzelne Aktie gerechnet, legte der Gewinn auf 46 (38) Cent zu. Analysten hatten im Schnitt mit 45 Cent gerechnet. Beim Umsatz verbesserte sich Texas Instruments auf 3,76 (3,34) Milliarden Dollar und blieb damit knapp unter der Durchschnittsprognose der Analysten.

Für das Schlussquartal erwartet Texas Instruments einen Gewinn je Aktie zwischen 40 und 46 Cent. Die Schätzungen der Analysten liegen mit 45 Cent am oberen Ende dieser Spanne. Die Umsatzprognose des Konzerns bleibt allerdings hinter den Markterwartungen zurück: Während Texas Instruments Erlöse zwischen 3,46 und 3,75 Milliarden Dollar in Aussicht stellt, hatten die Experten mit 3,81 Milliarden Dollar gerechnet.

Zugleich rechnet Vorstandschef Richard Templeton im laufenden Quartal mit weiter rückläufigen Aufträgen. Bereits im dritten Quartal waren die Auftragseingänge um zwölf Prozent auf 3,43 Milliarden Dollar zurückgegangen und hatten sich auch im Laufe dieses Jahres abgeschwächt. Kunden hätten ihre Lager gefüllt und gingen aufgrund der verbesserten Produktqualität von einer längeren Lebensdauer aus, hieß es zur Begründung. Trotz des schwächeren Wachstums soll die Halbleitersparte, die beinahe das gesamte Geschäft von Texas Instruments ausmacht, im Gesamtjahr ein Plus im hohen Zehner-Prozentbereich erreichen.

Investor-Relations-Vorstand Ron Slaymaker macht für das geringere Wachstum von TI neben der Lagersituation den Wechsel der Kunden zu mehr Billig-Handys verantwortlich, die vor allem in den Boom-Märkten China und Indien verkauft werden. Damit wird der Durchschnittswert der TI-Komponenten in den Mobiltelefonen geringer. Der Konzern geht aber davon aus, dass die Auftragsrückgänge nur kurzfristig sind. "Unsere Kunden sprechen nicht von einer grundsätzlichen Konsumzurückhaltung - nur der Mix bei den kabellosen Produkten ändert sich", sagte Slaymaker. Allerdings kommt die Verlangsamung des Wachstums bei TI im traditionell starken vierten Quartal. Das erste Quartal ist dann wieder schwächer.

Texas Instruments reagiert auf den Auftragsrückgang mit einem Zurückfahren der Neueinstellungen und der allgemeinen Kosten etwa für Reiseaktivitäten. Für Analyst Doug Freedman von American Technology Research war der Optimismus, den TI noch bis letzten Monat verbreitet hat, übertrieben. Nach den jüngsten Kommentaren der Kunden komme der Auftragsrückgang nicht überraschend. Freedman fürchtet, dass der Umsatz des Konzerns im kommenden Jahr langsamer wachsen wird als vom Markt erwartet. (dpa/tc)