Test: RAW Photostudio

Dirk Bongardt, Jahrgang 1968, arbeitet seit der Jahrtausendwende als freier Journalist für eine große Bandbreite an Publikationen, sowohl online als auch gedruckt. Sein thematischer Schwerpunkt liegt auf praxisnahen Informationen rund um Gegenwarts- und Zukunftstechnologien, vorwiegend in den Bereichen Mobile und IT. Das Smartphone ist sein steter Begleiter, die digitale Fotografie – übrigens bis heute vorzugsweise mit einer \u201Erichtigen\u201C Kamera – seine Leidenschaft. In Lehrgängen für angehende Online-Redakteure vermittelt er zudem online-journalistische Basics von der Facebook-Recherche bis zum crossmedialen Publizieren.
Anspruchsvolle Fotografen nehmen ihre Bilder im RAW-Format auf, um sie vor Qualitätsverlusten durch die Kamera-interne Bildbearbeitung zu schützen. Um diese Bilder auf dem PC weiter bearbeiten zu können, sind spezielle Tools wie RAW Photostudio nötig.

Das Programm erkennt nicht nur RAW-Formate der meisten Kamera-
typen, sondern kann auch herkömm-
liche JPEGs und Fotos in anderen Standardformaten bearbeiten. RAW Photostudio beschränkt sich konsequent auf das Optimieren von Fotos: Im Mittelpunkt stehen Korrekturfunktionen zu Belichtung, Weißabgleich, Gradationskurven und Linsenfehlern, während man Effektfilter oder Werkzeuge zur Kombination mehrerer Bilder vergeblich sucht. Die Bedienung empfanden wir als durchdacht. So gibt es oft mehr als einen Weg zum Ziel: Den Weißabgleich zum Beispiel konnten wir wahlweise mit Hilfe einer Pipette, anhand vorgegebener Belichtungssituationen oder durch manuelle Angabe der Farbtemperatur in Kelvin vornehmen. Beim Begradigen von Bildern mit leicht schrägem Horizont stand uns ein Gitter zur Verfügung, um die Linien exakt auszurichten. Das Bild konnten wir auf ein zehntel Grad genau drehen. Lediglich die leicht träge Reaktion auf das Verschieben des Reglers trübte unsere Begeisterung etwas.

Sehr praktisch: Die Software kann Rezepturen speichern: Aufnahmen, die mit demselben Objektiv gemacht wurden, weisen auch dieselben Linsenfehler auf. Sind einmal die korrekten Parameter gefunden, um Vignettierung und/oder Verzerrung auszugleichen, lassen sich diese Parameter als Rezeptur speichern und so auf alle weiteren derart verzerrten Aufnahmen anwenden. Dank einer Vorher-Nachher-Ansicht konnten wir zudem relativ leicht feststellen, ob unsere Bearbeit-
ungen tatsächlich zu einer Verbesserung geführt hatten. Bei so viel Liebe zum Detail verwunderte es uns allerdings, dass der Export ins landläufige JPEG-Format sich lediglich in fünf festen Qualitätsstufen vornehmen ließ.

Fazit: RAW Photostudio ist eine nützliche Bildbearbeitung mit dem Schwerpunkt auf RAW-Import und grundlegende Schritte der Bildoptimierung, die bei relativ simpler Bedienung sehr gute Ergebnisse liefert.

Alternative: Die Freeware Stepok's Raw Importer (www.stepok.net) kennt ebenfalls die meisten RAW-Formate, erlaubt jedoch kein so detailliertes Setzen der Parameter.

BEWERTUNG

Bildbearbeitung (40%): Note 1,5
Bedienung (30%): Note 1,5
Bildverwaltung (15%): Note 3,5
Online-Auftritt (10%): Note 3,0
Systemanforderungen (5%): Note 2,0

GESAMTNOTE: 2,0

Anbieter:

Globell

Weblink:

www.image-master-series.de

Preis:

80 Euro

Betriebssysteme:

Windows 2000, XP, Vista

Plattenplatz:

ca. 17 MB