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Telstra kippt Internet-TV-Piloten mit Microsoft

22.06.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Australiens größte Telefonfirma Telstra ist aus einem Deal mit Microsoft ausgestiegen, der die Entwicklung eines Fernsehdienstes über das Internet (IP-TV) zum Ziel hatte. Die Versuche wurden abgeblasen, weil Telstra sein Netz nicht schnell genug entsprechend aufrüsten konnte. Die Entscheidung hatte laut Konzernsprecher Warwick Ponder nichts mit der Technik von Microsoft zu tun. Sollte sich Telstra zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden, die Versuche wieder aufzunehmen, könnte es aber auch mit anderen Anbietern zusammenarbeiten, erklärte Ponder.

Microsoft träumt seit zehn Jahren davon, das Fernsehen über Internet-Technik auch auf den PC zu bringen. Telstras Ausstieg ist daher ein weiterer Rückschlag für die Redmonder, nachdem erst kürzlich die Schweizer Swisscom den Start ihrer IP-TV-Technik aufgrund von Problemen mit Microsofts Software hatte verschieben müssen. Die geplante Settop-Box mit digitalem Videorekorder von Swisscom kann noch nicht gleichzeitig aufnehmen und wiedergeben - was die Kunden aber erwarten. Laut Microsoft gibt es hierbei teilweise Hardwareprobleme.

Nun fragen sich viele Beobachter, ob wenigstens der US-Telco SBC sein Internet-Fernsehen mit Microsoft-Technik wie geplant Ende des Jahres startet. Immerhin hatten die Texaner ihren Starttermin bereits leicht auf "Ende 2005 oder Anfang 2006" modifiziert. Nach eigenen Aussagen liegt SBC mit seinem Rollout aber im Plan.

Die niederländische KPN hat sich unterdessen für Siemens statt Microsoft als Partner in Sachen IP-TV entschieden. KPN, das zuvor schon mit den Münchnern bei Fest- und Mobilfunknetz kooperierte, will im Laufe des Jahres erstmals Fernsehen über sein DSL-Netz offerieren. (tc)