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Telekom will Gehälter für Berufsanfänger massiv kürzen

02.04.2007
Die Deutsche Telekom will die Einstiegsgehälter für Berufsanfänger in ihrer geplanten Service-Einheit deutlich um ein Drittel kürzen.

Um seine Wettbewerbsposition zu verbessern, schlage das Unternehmen für die Bereiche Service, Kundendienst und Netzproduktion Einstiegsgehälter von 20.000 Euro brutto im Jahr vor, sagte der Telekom-Personalvorstand Karl-Gerhard Eick am Montag in Bonn. Bislang liegen die Einstiegsgehälter den Angaben zufolge bei 30.000 bis 34.000 Euro. Die geplanten Einschnitte sind Teil eines Sparprogramms, das die Verlagerung von rund 50.000 Mitarbeitern in Servicegesellschaften unter dem Namen T-Service umfasst.

Eick verteidigte den Vorstoß damit, dass die Gewerkschaft ver.di bereits niedrigere Gehälter bei der Mobilfunktochter T-Mobile und der Vertriebsgesellschaft T-Punkte gebilligt habe. Auch bei Wettbewerbern läge die Vergütung deutlich unter dem Niveau der Deutschen Telekom. "Bliebe es bei den derzeitigen hohen Einstiegslöhnen, könnten wir künftig niemanden mehr einstellen", sagte Eick. Bei ver.di stießen die Vorschläge der Telekom-Führung auf Kritik: "Das sind drastische Einschnitte, die wir in der Größenordnung nicht akzeptieren können", sagte ein ver.di-Sprecher.

Am Dienstag und Mittwoch wollen die Telekom und die Gewerkschaft ver.di in Siegburg die Verhandlungen über den Konzernumbau fortsetzen und dabei auch über die geplanten Einschnitte bei den Berufseinsteigern sprechen. Bei T-Service sollen die Mitarbeiter länger arbeiten und weniger Geld erhalten. ver.di lehnte das Gesamtkonzept ab und erneuerte die Streikdrohung: "Wir bereiten den Arbeitskampf vor", sagte der Sprecher. Eick wies Befürchtungen einiger Analysten zurück, dass die Telekom bei einem Streik erneut ihre Prognose senken müsste. "Es gibt keinen Grund, an der Prognose zu zweifeln", sagte er.

Eick schloss ein Scheitern der Verhandlungen nicht aus. "Wir haben uns intern darüber Gedanken gemacht." Für den Fall könnte die Telekom T-Service auch ohne die Zustimmung von ver.di gründen. Der Telekom-Manager beteuerte indes, dass er als "Optimist" in die Gespräche gehe und eine Einigung für machbar halte. Er verwies dabei auf den harten Wettbewerb auf dem deutschen Telekommunikationsmarkt. "Um unsere Wirtschaftlichkeit zu erhalten, müssen wir unsere - objektiv vorhandenen - Nachteile bei der Produktivität verbessern." (dpa/tc)