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Telekom schreibt trotz Umsatzsteigerung rote Zahlen

31.07.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Deutsche Telekom hat ihre vorläufigen Zahlen für das erste Halbjahr 2001 bekannt gegeben. Danach steigerte der Konzern seinen Umsatz zwar um 17 Prozent auf 22,6 Milliarden Euro. Dennoch schreiben die Finanz-Manager mit einem Verlust von 400 Millionen Euro rote Zahlen. Die endgültigen Zahlen sollen am 28. August veröffentlicht werden.

Negativ wirkten sich vor allem Belastungen durch Abschreibungen in Höhe von einer Milliarde Euro sowie Kosten von 900 Millionen Euro für den neuen Mobilfunkstandard UMTS aus. Die Konsolidierung von Voicestream und Powertel belastete die Bilanz der ersten sechs Monate dieses Jahres mit einem Betrag von 300 Millionen Euro. Durch den Verkauf der Sprint-Anteile, die eine Milliarde Euro einbrachten, konnten die Telekom-Verantwortlichen diese negativen Effekte etwas abfedern.

Nach einer Rechnung der Finanz-Manager, die Sondereffekte ausklammert, verbuchte der deutsche Telko-Riese einen Überschuss von 600 Millionen Euro, was eine Steigerung von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahreshalbjahr bedeutet. Mit eingerechnet wurden im Juni die Zahlen von Voicestream und Powertel, die zusammen 400 Millionen Euro zum Konzernumsatz beisteuerten.

Vor allem im Mobilfunkbereich habe sich nach Angaben der Telekom die Ertragslage deutlich verbessert. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen wuchs von 600 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2000 auf 1,4 Milliarden Euro in den ersten Jahreshälfte 2001. Im Festnetzgeschäft verbuche man bei den DSL- und ISDN-Anschlüssen steigende Kundenzahlen.

Gewachsen ist allerdings auch der Schuldenberg der Telekom. Zum Stichtag am 30. Juni dieses Jahres lasteten auf dem Konzern Nettofinanzverbindlichkeiten in Höhe von 68,8 Milliarden Euro. Das sind 21,1 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Vor allem die Voicestream-Übernahme belastete das Schuldenkonto. Langfristig wolle man jedoch die Verbindlichkeiten deutlich reduzieren, hieß es in der Telekom-Zentrale. So sei in den nächsten Monaten mit weiteren Verkäufen zu rechnen.

Beim Personal halten die Telekom-Verantwortlichen an ihrem Sparkurs fest. So verringerte sich die Zahl der Beschäftigten der Deutschen Telekom AG (DTAG) um 5,4 Prozent auf knapp 126 000 Mitarbeiter. Die Zahl der Beschäftigten des Gesamtunternehmens stieg aufgrund der Übernahmen dagegen um 25,3 Prozent auf 245 200 Angestellte.