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Telekom profitiert vom Mobilfunk

11.08.2005
Die Deutsche Telekom hat dank hoher Zuwächse ihrer Mobilfunksparte das Ergebnis im abgelaufenen Quartal deutlich gesteigert. T-Mobile gewann unerwartet viele Neukunden.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Deutsche Telekom hat dank hoher Zuwächse ihrer Mobilfunksparte das Ergebnis im abgelaufenen Quartal deutlich gesteigert. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) sei gegenüber dem Vorjahr von 4,923 auf 5,225 Milliarden Euro geklettert, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Bonn mit. Damit übertraf Europas führender Telekomkonzern die Erwartungen der Analysten leicht. Vorstandschef Kai-Uwe Ricke rechnet für das Gesamtjahr weiterhin mit einem operativen Gewinn zwischen 20,7 und 21 Milliarden Euro.

Der Umsatz erhöhte sich auf 14,748 (14,377) Milliarden Euro und der Überschuss stieg auf 943 (577) Millionen Euro. Kräftig zulegen konnte vor allem T-Mobile, während der Geschäftsbereich Fetznetz/Breitband erneut einen Umsatzrückgang verzeichnete. Das Bonner Unternehmen hat wie France Telecom und Telecom Italia seit der Liberalisierung der Telekommärkte mit schwindenden Umsätzen im traditionellen Festnetzgeschäft zu kämpfen.

Größter Ergebnistreiber blieb das Mobilfunkgeschäft, wobei sich vor allem die deutsche Tochter über den Erwartungen entwickelte. Die Zahl der Mobilfunkkunden von T-Mobile kletterte im abgelaufenen Quartal um mehr als 1,9 Millionen auf über 80 Millionen - mit 972.000 Neukunden steuerte die US-Tochter rund die Hälfte des Zuwachses bei. In Deutschland gewann T-Mobile 623.000 neue Kunden und war damit der am stärksten wachsende Mobilfunkanbieter. Die operative Marge (EBITDA) von T-Mobile Deutschland lag mit 42,5 Prozent über der Zielmarke von 40 Prozent.

Mit dem Ausbau des Breitbandgeschäfts und der damit verbundenen Übernahme der Internet-Tochter T-Online will Ricke die Ausfälle im Festznetz abfedern. Die Zahl der DSL-Kunden wuchs um 367.000 auf 6,7 Millionen. Davon entfielen im zweiten Quartal 182.000 Neukunden auf T-Online, die damit ihr Ziel verfehlte, mindestens jeden zweiten neuen Nutzer für sich zu gewinnen.

Trotz der Zuwächse verfehlt die Telekom mit ihren Quartalszahlen zum Teil die Erwartungen der Analysten. Die von dpa-AFX befragten Experten hatten mit einem höheren Überschuss gerechnet, während Umsatz und EBITDA im Rahmen der Erwartungen ausfielen.

Die Verschuldung erhöhte sich gegenüber Ende März von 42,64 auf 44,5 Milliarden Euro. Hintergrund ist die Dividendenzahlung im zweiten Quartal, die mit 2,7 Milliarden Euro zu Buche schlug. (dpa/tc)