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Telekom präsentiert "Merkel-Tablet"

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Nach dem Security-Smartphone SiMKo 3 hat die Deutsche Telekom heute auf der IT-Security Messe „it-sa“ in Nürnberg den Prototypen eines SiMKo 3 Tablets vorgestellt.
Hoher Besuch am Telekom-Stand auf der it-sa: Bundes-CIO Cornelia Rogall-Grothe.
Hoher Besuch am Telekom-Stand auf der it-sa: Bundes-CIO Cornelia Rogall-Grothe.
Foto: Deutsche Telekom

Das Gerät basiert auf dem Samsung-Tablet Galaxy Note 10.1, bei dem weitgehend die gleichen Komponenten wie beim für das Hochsicherheits-Smartphone SiMKo 3 genutzte Galaxy S3 verbaut sind. Während sich an der Hardware nichts ändert, wird in beiden Fällen die Software komplett entfernt, stattdessen kommt ein Mikrokernel als Virtualisierungsschicht zum Einsatz. Diese erlaubt es, gleich mehrere Betriebssysteme in den sogenannten Compartments parallel und unter Echtzeitbedingungen auf dem Smartphone laufen zu lassen: Genutzt werden jeweils eine offene und eine gesicherte Android-Umgebung sowie ein Mini-BSD und einen Linux-Kern für Verschlüsselungsaufgaben. Auf diese Weise werden auf dem Gerät eine private und eine sichere geschäftliche Welt abgebildet. Der Mikrokernel fungiert dabei als Wächtersoftware, die den Datenaustausch und den Zugriff auf Hardware und Speicher einer strengen Kontrolle unterwirft.

SiMKo 3: Sichere Architektur durch Virtualisierung
SiMKo 3: Sichere Architektur durch Virtualisierung
Foto: T-Systems

Bei Kern und Sicherheitstechnik des SiMKo 3 setzt die Telekom durchgängig auf Unternehmen aus Deutschland. So kommt die Kryptokarte von Certgate, für verschlüsselte Verbindungen sorgt NCP - beides Unternehmen aus Nürnberg. Das L4-Mikrokern-System haben die TU Dresden, das Dresdener Startup Kernkonzept, die Telekom Innovation Laboratories sowie das Berliner Startup Trust2Core entwickelt. "Wir haben von Anfang an auf eine Mikrokern-Strategie gesetzt und können jetzt auf dieser Basis die Produktfamilie in schneller Folge erweitern", erklärte Stephan Maihoff, bei der Telekom für SiMKo verantwortlich. Für die Nutzung in neuen Endgeräte-Typen müsse die Betriebs-Software nur außerhalb des Kerns angepasst werden, während das Herzstück unberührt bleibe.

Das Security-Smartphone SiMKo 3 hatte Anfang September die Prüfung durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik erfolgreich abgeschlossen und offiziell die Zulassung für die Geheimhaltungsstufe VS-NfD (Verschlusssache - Nur für den Dienstgebrauch) erhalten. SiMKo 3 ist nicht nur für Datenanwendungen wie Mail, Kalender, Kontakte und Aufgaben da. Schon heute lässt es sich auch als abhörsicheres Krypto-Telefon verwenden, das verschlüsselte Telefonate auf Basis von Voice over IP mit hochsicheren Verschlüsselungsverfahren bietet. Was aktuell noch bei der Verwendung in Bundesbehörden fehlt, ist die Unterstützung des Behörden-Standards SNS (Sichere Netzübergreifende Sprachverschlüsselung) over IP. Dieser wird in den nächsten Monaten integriert, die Frist liegt hier beim 30. Juni 2014. Ohnehin liegt bei SiMKo 3 die Priorität auf die Absicherung der Daten, bei der Konkurrenzlösung von Secusmart - einem angepassten Blackberry-10-Smartphone - dagegen auf die Sicherheit der Telefonie.