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Telekom beißt bei der RegTP auf Granit

30.04.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Im Kampf um die "Letzte Meile" musste die Deutsche Telekom am gestrigen Dienstag deutliche Rückschläge hinnehmen: So entschied die Regulierungsbehörde für Telefon und Post (RegTP), dass der Ex-Monopolist den monatlichen Mietpreis für die Teilnehmeranschlussleitung (TAL) ab Mai von 12,48 auf 11,80 Euro senken müsse. Der TK-Konzern hatte dagegen eine Erhöhung der Nutzungskosten auf 17,40 Euro beantragt. Gleichzeitig legten die Wettbewerbshüter fest, dass der Bonner TK-Konzern von den konkurrierenden Anbietern keinen generellen Aufschlag für die Nutzung seiner TK-Infrastruktur erheben dürfe. Lediglich bei Ortsgesprächen wurde der Telekom ein Aufschlag um 0,4 Cent pro Gesprächsminute genehmigt. Der magentafarbene TK-Riese hatte allerdings einen Zuschlag von 0,6 Cent bei allen durchgeleiteten Gesprächstypen und

Internet-Verbindungen erhofft.

Die Entscheidungen der RegTP wurden von den Wettbewerbern nur teilweise begrüßt. Während etwa Arcor die Senkung der Mietpreise für die Teilnehmeranschlussleitung als Schritt in die richtige Richtung bezeichnete, wurde die Erhöhung der Zusammenschaltungskosten bei Ortsgesprächen kritisiert: Durch den Aufschlag werde der Wettbewerb in einem Segment behindert, bevor er sich wirklich entfalten konnte, erklärte eine Sprecherin des Unternehmens.

Die Konsequenz für die Verbraucher: Bereits kurze Zeit nach der Freigabe von Call-by-Call im Ortsnetz werden nun vermutlich Call-by-Call-Anbieter wie Arcor, Tele2 oder 01051 ihre Gebühren erhöhen müssen. (mb)