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Telegate: Neue Millionen-Forderungen gegen die Telekom

29.08.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Telefonauskunft Telegate hat ihre Schadensersatzforderungen gegen die Deutsche Telekom nach einer für sie positiven Entscheidung der Bundesnetzagentur ausgeweitet. Presseberichten zufolge hat das Münchner Unternehmen am vergangenen Freitag zusätzlich zu der bereits laufenden Forderung von 70 Millionen Euro plus Zinsen wegen überhöhter Gebühren (siehe auch "Telegate verklagt Telekom") erneut eine Klage über 86 Millionen Euro eingereicht.

Die Regulierungsbehörde hatte Mitte August festgelegt, dass die Telekom für die Überlassung ihrer Teilnehmerdaten an private Telefonauskunftsdienste insgesamt nur 770.000 Euro anstatt wie bisher 49 Millionen Euro pro Jahr fordern darf. Mit ihrem Beschluss folgt die Bundesnetzagentur einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs, wonach die Telekom nur noch die Kosten für die Bereitstellung der Teilnehmerdaten in Rechnung stellen darf. Zuvor mussten sich die Wettbewerber auch am Aufbau und Unterhalt der Datenbanken finanziell beteiligen (siehe auch:"Telekom erhält weniger Geld für Auskunftsdienst"). Für Telegate ergibt sich nach Angaben des Unternehmens aus der Entscheidung künftig eine Kostenersparnis von rund zwei Millionen Euro pro Jahr. Das zuviel gezahlte Geld will der Auskunftsdienst jetzt zurückfordern. Ohne die überhöhten Gebühren hätte das Unternehmen mehr Geld in Werbung investieren können und seinen Marktanteil steigern können, so die Begründung. Dieser liege derzeit bei 30 Prozent, die Telekom kommt auf rund 60 Prozent des Marktes für Auskunftsdienste. Ex-Firmenchef und Gründer Klaus Harisch machte zudem einen Schaden über 320 Millionen geltend. Wegen der überhöhten Gebühren sei er gezwungen gewesen, Unternehmensanteile unter Wert zu verkaufen, um Telegate am Leben zu erhalten. (mb)