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Tele2 legt Versatel-Übernahme auf Eis

16.06.2006
Der schwedische TK-Konzern Tele2 will bis Anfang September Optionen zur Durchsetzung der geplanten Fusion mit dem niederländischen Wettbewerber prüfen. Der Grund: Minderheitsaktionäre von Versatel sperren sich gegen den Aufkauf.

Tele2 hatte bereits im Oktober 2005 nach Versatel gegriffen und hält inzwischen 82 Prozent der Aktien des in den Niederlanden und Belgien aktiven Unternehmens. Die Versatel-Tochter in Deutschland wurde an den Finanzinvestor Apax veräußert. Einer vollständigen Übernahme durch Tele2 stehen allerdings einige Minderheitsaktionäre im Wege, denen das Abfindungsangebot von 2,20 Euro je Versatel-Aktie als zu niedrig erscheint. Erst Ende März konnten sie vor Gericht durchsetzen, dass die Fusionspläne den Anteilseignern noch nicht zur Abstimmung vorgelegt werden. Gleichzeitig wurde es Versatel untersagt, selbst Vorbereitungen für den Zusammenschluss zu treffen, darunter ein geplantes Delisting der Aktien (siehe auch: "Gericht bremst Fusionspläne zwischen Versatel und Tele2").

Über die weitere Vorgehensweise will Tele2 bis Anfang September entscheiden. Eine höhere Abfindung will Firmenchef Lars-Johan Jarnheimer laut Presseberichten indes nicht zahlen. (mb)