Video-Conferencing

Tandberg-Aktionäre lassen Cisco abblitzen

10.11.2009
Der Netzausrüster Cisco kann den Widerstand von Tandberg nicht brechen.
Cisco-Chef John Chambers
Cisco-Chef John Chambers
Foto: Cisco

Nur 9,37 Prozent des Kapitals des norwegischen Videokonferenztechnik-Anbieters nahm die drei Milliarden Dollar (etwa zwei Milliarden Euro) schwere Übernahmeofferte an, wie Cisco am Dienstag mitteilte. Die Amerikaner wollen ihr Angebot ohne Veränderungen bis zum 18. November verlängern. Danach will Cisco darüber entscheiden, ob das Angebot verbessert oder das Ansinnen aufgegeben wird. Am Markt wird davon ausgegangen, dass die Offerte von derzeit 153,40 norwegischen Kronen nicht das letzte Wort gewesen ist. 160 oder gar 170 Kronen seien denkbar.

Am 1. Oktober hatte Cisco die Übernahme angekündigt. Der Preis stelle ein Aufgeld von elf Prozent auf den damaligen Aktienkurs und einen 25-prozentigen Aufschlag auf die Durchschnittskurs über die vorangegangenen drei Monate dar, hieß es. Der Verwaltungsrat von Tandberg habe die Offerte bereits einstimmig gebilligt.

Ein Videokonferenz-System von Tandberg
Ein Videokonferenz-System von Tandberg
Foto: Ima Buxton

Cisco will die Übernahme, die noch kartellrechtlicher Genehmigungen bedarf, bis zum Sommer 2010 abgeschlossen haben. Ab 2011 soll sich der Kauf dann auch positiv auf das Konzernergebnis auswirken. Das norwegische Unternehmen mit rund 1500 Beschäftigten soll nach Abschluss der Transaktion in die neue Cisco-Sparte TelePresence Technology Group integriert werden, die vom bisherigen Tandberg-Chef Fredrik Halvorsen geführt werden soll. Videokonferenztechnik ist ein 34-Milliarden-Dollar-Markt, der dank neuer Web-2.0-Technologien schnell wächst, sagte Cisco-Chef John Chambers im Oktober. (dpa/tc)