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T-Online-Übernahme: Telekom erhält ein unmoralisches Angebot

24.01.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Eine Gruppe von Hedgefonds hat sich offenbar zusammengeschlossen, um aus den gegenwärtigen Nöten der Deutschen Telekom Kapital zu schlagen. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, haben die Investoren dem Bonner TK-Konzern ihre T-Online-Aktien angeboten - allerdings zu einem deutlich höheren Preis.

Der ehemalige Staatsmonopolist bemüht sich seit mehreren Monaten vergeblich, die Internet-Tochter T-Online vollständig zu übernehmen. Da der gebotene Preis mit 8,99 Euro pro Aktie sogar von der T-Online-Führung als zu niedrig eingestuft wird, wurde der Telekom bislang weniger als 0,1 Prozent der Anteile aus dem Streubesitz angedient. Das Übernahmeangebot läuft noch bis zum 4. Februar, eine Verlängerung der Annahmefrist ist allerdings möglich.

Die Telekom, die aktuell rund 74 Prozent an T-Online hält, steht unter Zugzwang. Wenn es dem TK-Konzern nicht gelingt, mit seinem Tauschangebot mindestens 90 Prozent der T-Online-Anteile einzusammeln, braucht er für die geplante Reintegration die Zustimmung der Hauptversammlung. In diesem Fall stünde zudem ein Umtausch der Aktien in Telekom-Aktien an, das Tauschverhältnis würde dabei von unabhängigen Gutachtern festgelegt.

Mit einer Beteiligung von aktuell rund sechs Prozent an T-Online könnten die Hedgefonds auch dann eine Komplettübernahme vereiteln oder verzögern. So kann die Telekom erst ab einem Anteil von 95 Prozent die Restaktionäre per Zwangsabfindung (Squeeze-out) aus dem Unternehmen drängen. (mb).