Messaging-Startup

Symphony bekommt weitere 100 Millionen Dollar

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
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Symphony hat ein sicheres Messaging in der Cloud entwickelt. Dafür bekommt das Startup weitere 100 Millionen Dollar - erstmals auch von außerhalb der Finanzbranche.

Das berichtet das Tech-Blog "Re/code". Zu den Investoren der neuen Runde gehören demnach die Schweizer Großbank UBS, die europäische Investmentfirma Lakestar, die beiden französischen Investment-Banken Societe Generale und Naxitis - und der Internetkonzern Google. Altinvestoren wie Merus Capital beteiligten sich ebenfalls.

Symphonys Entwickler-Mannschaft
Symphonys Entwickler-Mannschaft
Foto: Symphony

Symphonys Fremdfinanzierung wächst damit auf mehr als 165 Millionen Dollar und die Firmenbewertung auf dem Vernehmen nach 650 Millionen Dollar. Zuvor hatten 15 Finanzdienstleister in Symphony investiert, darunter Goldman Sachs, Bank of America, Merrill Lynch, Credit Suisse, J.P. Morgan und Citi.

Symphonys Cloud-basierte Messaging-Lösung verwendet komplexe Verschlüsselungs-Technologie, um Kommunikation abzusichern. Zielgruppe sind anfangs Finanzdienstleister, die hohen Compliance- und regulatorischen Auflagen unterliegen. Das erste Produkt von Symphony ist seit Mitte September am Start.

Symphony will mit dem frischen Geld die Belegschaft aufstocken und verstärkt international expandieren. Laut CEO David Gurlé füllt die Company damit auch ihre Kriegskasse für eventuelle Übernahmen. Eigentlich habe Symphony nur 50 Millionen Dollar aufnehmen wollen, die Nachfrage von Investoren sei aber so hoch gewesen, dass man sich für die Verdoppelung entschieden habe.

David Gurle, CEO von Symphony
David Gurle, CEO von Symphony
Foto: via Twitter

"Die Beteiligung von Google wird uns dabei helfen, uns über den Bereich Financial Services hinaus zu entwickeln", sagt Gurlé. Der Internetriese ist Symphonys erster strategischer Investor von außerhalb der Finanzindustrie. Im vergangenen März hatte Google seine neue Finanzchefin Ruth Porat von Morgan Stanley abgeworben. Seither interessiert sich das Unternehmen augenscheinlich wieder stärker für Finanzprodukte, beispielsweise einen Bezahldienst innerhalb von Gmail sowie einen Kreditvergleich in seinen Suchergebnissen.