SWsoft: Hochzeit trotz fundamentaler Gegensätze

28.06.2007
Die unterschiedlichen Virtualisierungskonzepte von "Virtuozzo" und "Parallels" sollen noch in diesem Jahr jeweils Teil der beiden Lösungen werden.

Der SWsoft-Chef Serguei Beloussov hat zu Beginn dieses Jahres schon einmal darüber spekuliert (mehr dazu hier), es damals aber als Idee für eine fernere Zukunft auf die lange Bank geschoben: Die Virtualisierungstechnik von Virtuozzo wird ein Feature von Parallels und umgekehrt. Das Ganze soll jetzt viel schneller Realität werden, so Belussov gegenüber dem britischen IT-Nachrichtendienst "Computerwire": "Wir werden sie zum Ende dieses Jahres zusammenbringen."

Die Virtualisierungstechnik von Virtuozzo kreiert virtuelle Maschinen (VMs) oberhalb eines Betriebssystems, eignet sich also nur für Anwendungen für diese Systemumgebung. Dabei wird den Applikationen vorgegaukelt, sie verfügten über ihr eigenes Betriebssystem. Das nennt man entsprechend Betriebssystem-Virtualisierung und vermeidet viel Aufwand für Updates und Patches, weil solche Aktionen für alle VMs nur einmal vorgenommen werden müssen. Allerdings ist es nicht möglich, mit verschiedenen Betriebssystemen oder Systemversionen nebeneinander zu arbeiten.

Parallels folgt hingegen – wie VMware und Xensource – dem Hypervisor-Ansatz. Hierbei setzt die Virtualisierungslösung direkt auf der Hardware auf und bildet eine Zwischenschicht zu jetzt auch unterschiedlichen Betriebssystemen. Diese Hardware-Virtualisierung ist natürlich deutlich flexibler als die Virtuozzo-Methode. Ab einer gewissen Vielfalt der virtuellen Maschinen frisst der Hypervisor aber viel Rechenpower, und der höhere Aufwand für die Administration unterschiedlicher virtueller Umgebungen kann Vorteile der Flexibilität zunichte machen. Jetzt räumt SWsoft-Chef Beloussov ein, die Virtualisierungstechniken, welche Intel und AMD in ihre modernen Prozessoren eingebaut haben, hätten die Nachteile der Hypervisor-Technik ausgeglichen. (Mehr zu den unterschiedlichen Virtualisierungstechniken hier.)

Ob das Unternehmen das ehrgeizige Ziel halten kann, bleibt abzuwarten. Schließlich lässt bereits ein für Frühjahr dieses Jahres angekündigtes SWsoft-Produkt auf sich warten: Es sollte ein Tool zur Administration virtueller Maschinen werden, das für Lösungen mit Betriebssystem-Virtualisierung (Virtuozzo, Microsoft-Ansätze) ebenso eignett wie für die Hardware-Virtualisierung nach Art von Parallels, Xen und VMware. Über diese Management-Plattform ist seit einiger Zeit von SWsoft nichts mehr zu hören. (ls)

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