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Sun testet "Niagara"-Chip

04.02.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Sun Microsystems sei mit der Entwicklung der geplanten Sparc-Prozessoren "Niagara" und "Rock" im Zeitplan, sagte Chief Executive Officer Scott McNealy auf einem Analystentreffen im kalifornischen Santa Clara. David Yen, Executive Vice President der Scalable Systems Group von Sun zeigte ein auf dem Niagara-Chip basierendes System, auf dem eine Java-Anwendung unter der Version 10 des hauseigenen Betriebssystems Solaris lief (Computerwoche.de berichtete).

Laut Yen werden nun wöchentlich mehrere auf dem im 90-Nanometer-Prozess gefertigten Niagara-Chip basierende Server produziert und zunächst im eigenen Haus getestet. Auf den Markt kommen sollen entsprechende Geräte im ersten Quartal 2006.

Auch die Entwicklung der zweiten Niagara-Generation und der für High-End-Server bestimmten CPU "Rock" liege im Zeitplan, sagte McNealy. Die 65-Nanometer-Chips könnten noch in diesem Jahr getestet werden. Entsprechende Systeme sind voraussichtlich 2008 marktreif.

Der Niagara nutzt Chip Multithreading (CMT), wobei acht Prozessorkerne je vier Threads gleichzeitig abarbeiten können. Dadurch soll der Chip gegenüber dem 2003 eingeführten Ultrasparc III (mit 1,2 Gigahertz) einen 15-fach höheren Datendurchsatz bieten. Laut Sun läuft für bisherige Sparc-Systeme entwickelte Software auch auf Niagara. Um die Vorteile der neuen CPU auszuschöpfen, müsse sie jedoch angepasst werden.

Der Hersteller hat außerdem eine Kooperation mit Fujitsu geschlossen, in deren Rahmen die "Advanced Product Line" (APL) entwickelt wird. Die ersten Server werden mit Niagara-CPUs ausgestattet, später sollen Modelle folgen, die mit bis zu 64 "Olympus"-Prozessoren von Fujitsu ausgestattet sind. Olympus besteht aus zwei Kernen, die je zwei Threads abarbeiten können. Ferner will Sun Server auf den Markt bringen, die mit Dual-Core-Variante des AMD-Prozessors "Opteron" ausgestattet sind. Laut AMD-Chef Hector Ruiz erscheint der Chip im Laufe des Jahres 2005. (lex)