Konkurrenz für Google

Sun startet Hosting-Site für Open-Source-Projekte

Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Big Data / Analytics und Digitale Transformation.
Mit der Web-Plattform "Project Kenai" konkurriert Sun Microsystems mit ähnlichen Projekten wie Google Code oder Github.

Softwareentwickler können auf der Website kostenlos Projekte hosten und dabei auf Version-Control-Systeme wie Subversion oder Mercurial zurückgreifen. Die Plattform befindet sich noch in einer Betaversion. Suns primäres Ziel sei es nicht, mit anderen Hosting-Sites für Open-Source-Projekte zu konkurrieren, erklärte Projektmanager Nick Sieger in einem Blog-Posting. Vielmehr trage Kenai dem Umstand Rechnung, dass Sun als weltgrößte Open-Source-Firma sein Schicksal kontrollieren können müsse.

Auf Nachfrage, was er mit dem in der Open-Source-Community durchaus umstrittenen Begriff Kontrolle meine, relativierte Sieger seine Aussagen: "Wir haben kein Interesse daran, irgendeine Art der Kontrolle über Projekte auf der Site auszuüben." Sun gehe es darum, beim Aufbau der Hosting-Site zu lernen und schneller auf Anforderungen der diversen Communities zu reagieren, als dies ein Third-Party-Anbieter könnte. Sieger sieht Kennai nicht zuletzt als Beleg für Suns Fähigkeiten, "die nächste Generation von Web-Applikationen" zu bauen. Für die Entwicklung von Kennai nutzt der kalifornische Hersteller das populäre Framework Ruby on Rails. Hinzu kommen laut Sieger eine Reihe von Open-Source-Komponenten und Sun-eigene Techniken.

Unterm Strich tritt Sun damit durchaus in Konkurrenz zu ähnlichen Initiativen wie Google Code oder Github. Forrester-Analyst Jeffrey Hammond sieht in der Initiative unter anderem den Versuch, Aufmerksamkeit unter Softwareentwicklern zu gewinnen: "Sun will mehr Entwickler in seinen Einflussbereich bringen. Kenai ist ein Teil dieser Bemühungen."