Vor allem Einmaleffekte belasten

Sun schreibt weniger Verlust als erwartet

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Der Server- und Software-Hersteller Sun Microsystems hat auf seinem Sanierungskurs zum Jahresende 2008 erneut rote Zahlen geschrieben.

Nach hohen Kosten für den Konzernumbau stand unter dem Strich im vergangenen Quartal ein Minus von 209 Millionen Dollar (umgerechnet 159 Millionen Euro). Ein Jahr zuvor hatte der US-Konzern noch einen Gewinn von 260 Millionen Dollar erzielt. Der Umsatz fiel auch wegen der Wirtschaftskrise um elf Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar, wie Sun am Dienstagabend in Santa Clara, Kalifornien, mitteilte.

Der Sun-Campus in Santa Clara
Der Sun-Campus in Santa Clara
Foto: Oracle/Sun

Sun schnitt aber dennoch in dem zum Jahreswechsel beendeten zweiten Fiskalquartal weit besser ab als von Experten erwartet. Vor den Sonderbelastungen erzielte der Hersteller einen Gewinn von 114 Millionen Dollar. Allein der massive Jobabbau belastete das Ergebnis unter dem Strich zuletzt mit 222 Millionen Dollar.

Die Aktie legte nachbörslich stark zu. Im regulären Handel hatte sie zuvor bereits 5,6 Prozent auf knapp vier Dollar gewonnen. Binnen Jahresfrist ist Sun allerdings an der Börse um 75 Prozent abgestürzt.

Hierzulande liefen Suns Geschäfte offenbar gut. "Sun Deutschland trotzt der Finanzkrise", so Thomas Schröder, Vice President und Geschäftsführer Sun Microsystems GmbH. "Wir haben unsere gesetzten Ziele erreicht und gehen mit guter Auftragslage ins nächste Quartal". Marketing-Chef Donatus Schmid ergänzt: "Wir haben unseren Plan erreicht, die Marge verbessert und die Kosten gesenkt. Eine starke Branche war, was manchen vielleicht wundert, Finance. Und noch stärker HPC - unter anderem dank zweier Projekte beim Forschungszentrum Jülich und RWTH Aachen." Zufrieden sei man auch mit dem Mittelstands-Business, wo man etwa ein Plus 150 Prozent bei x86-Servern mit Intel-Prozessoren erzielt habe.

Der Konzern streicht wegen der Probleme derzeit 6000 seiner weltweit 33.000 Stellen. In den vergangenen Quartalen pendelte Sun stets zwischen Verlust- und Gewinnzone hin und her.

Sun-Chef Jonathan Schwartz
Sun-Chef Jonathan Schwartz

Sun zählt zählt neben IBM, Hewlett-Packard und Dell zu den größten Server-Herstellern der Welt. Zum Einsatz kommen die Hochleistungs-Rechner in Computernetzen großer Unternehmen - etwa im derzeit von der Krise besonders getroffenen Finanzsektor. Über Server läuft auch der Betrieb von Websites und der übrige Datenverkehr im Internet.

Wie auch die Wettbewerber setzt Sun neben den Servern zunehmend auf Software und Dienstleistungen. Sie sollen die Abhängigkeit vom reinen Hardware-Geschäft verringern und für stabilere Erlöse sorgen. So stiegen die Softwareumsätze im vergangenen Quartal um 21 Prozent. "Software war ein Lichtblick", sagte Sun-Chef Jonathan Schwartz.