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Sun schafft schwarze Quartalszahlen

13.01.2005
Sun hat zwar dank eines straffen Sparkurses wieder einen Quartalsgewinn ausgewiesen, die Börse strafte den Hersteller aber trotzdem für sein leichtes Umsatzminus ab.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Sun Microsystems hat heute nach Schluss der US-Börsen seine Zahlen zum zweiten Fiskalquartal (Ende: 26. Dezember 2004) veröffentlicht. Das Unternehmen weist einen Nettogewinn von 19 Millionen Dollar oder einem Cent pro Aktie aus nach einem Fehlbetrag von 125 Millionen Dollar oder vier Cent je Anteilschein im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Das aktuelle Ergebnis enthält verschiedene positive wie negative Einmaleffekte, ohne die sich ein Pro-forma-Gewinn von 28 Millionen Dollar oder einem Cent pro Aktie ergibt; ein Jahr zuvor meldete Sun auf gleicher Basis 99 Millionen Dollar oder drei Cent je Anteilschein Verlust.

Der im kalifornischen Palo Alto ansässige Hersteller setzte im Laufe des Berichtszeitraums 2,84 Milliarden Dollar um, das entspricht einem Rückgang von 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (2,89 Milliarden Dollar). Die von Thomson First Call befragten Analysten hatten aktuell im Schnitt 2,93 Milliarden Dollar Umsatz sowie einen Penny pro Aktie Gewinn prognostiziert. Die Bruttomarge stieg im Jahresvergleich um 0,5 Prozentpunkte auf 42,3 Prozent der Einnahmen. Den operativen Cash Flow für das abgeschlossene Quartal beziffert Sun mit 52 Millionen Dollar; Barmittel und kurzfristige Anlagen stiegen auf 7,46 Milliarden Dollar.

Sun Microsystems Deutschland konnte einer Mitteilung zufolge ein zweistelliges Wachstum bei den Auftragseingängen verzeichnen (die Einnahmen waren laut Marketing-Direktor Martin Häring allerdings nur "stabil", sprich sie stagnierten). Wesentlich zum Umsatz beigetragen hätten dabei die Einstiegsserver auf Basis von Opteron- und Sparc-Prozessoren, heißt es. Der Umsatz mit Opteron-basierenden Servern stieg demnach im Vergleich zum vorangegangenen Quartal um 64 Prozent, die Softwareeinnahmen verdoppelten sich.

"Die Business-Value-orientierte Strategie ist weiterhin erfolgreich und hat zu einer erfreulichen Auftragslage im zweiten Quartal geführt", erklärte Suns Deutschlandchef Marcel Schneider. "Vor allem in den Branchen Telekommunikation und öffentliche Auftraggeber sah man ein signifikantes Wachstum." Speziell in der TK-Branche sei das von Sun praktizierte Subskriptionsmodell für das Server-Softwarepaket Java Enterprise System (JES) inzwischen praktisch flächendeckend angenommen worden, etwa bei E-plus und Vodafone.

"Das zweite Quartal war in vieler Hinsicht positiv, unter anderem durch Stückzahlenwachstum bei x64- und x86-Servern, positiven operativen Cash Flow und tolle Kritiken für Solaris 10. Es fühlt sich gut an, einen bescheidenen GAAP-Gewinn erzielt zu haben", freute sich Firmenchef Scott McNealy. Finanzchef Steve McGowan ergänzte, Sun sei es gelungen, seine Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie die Gemeinkosten um 136 Millionen Dollar zu senken, ohne seine Produkt-Roadmap dabei zu kompromittieren. Eine Prognose für das laufende Quartal gab der CFO nicht ab.

Die Investoren wollten offenbar weder diese Sparmaßnahmen noch den Quartalsgewinn honorieren, sondern sorgten sich offenbar mehr ob des Umsatzrückgangs: Nachdem die Sun-Aktie zum Nasdaq-Fixing drei Cent leichter mit 4,58 Dollar aus dem Handel gegangen war, gab der Kurs laut Inet ATS nachbörslich um 4,58 Prozent auf 4,36 Dollar nach. (tc)