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Sun Microsystems mit geringerem Verlust

15.04.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der amerikanische Netzcomputer-Anbieter Sun Microsystems Inc. hat in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2004/2005 die roten Zahlen stark verringert. Der Umsatz stagnierte allerdings.

Man habe im dritten Quartal des Geschäftsjahres "gute Fortschritte gemacht", erklärte Konzernchef Scott McNealy. Noch wichtiger sei aber die deutliche Verbesserung in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres. Ein ausgeglichenes Ergebnis sei gegenüber den Vorjahresverlusten ein "riesiger Schritt nach vorn".

Die Gesellschaft wies am Donnerstag nach Börsenschluss für den am 27. März beendeten Neunmonatsabschnitt einen Verlust von 138 Millionen Dollar (107 Mio Euro) aus. Sun Microsystems hatte in den ersten neun Monaten des vorangegangenen Geschäftsjahres noch rote Zahlen von knapp 1,2 Milliarden Dollar verbucht. Der Verlust je Aktie betrug vier (36) Cent. Der Neunmonatsumsatz lag bei unverändert 8,1 Milliarden Dollar.

Sun Microsystems mit Sitz in Santa Clara (Kalifornien) setzte im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2,6 Milliarden Dollar um oder ein Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Server-Hersteller hatte nur noch einen Quartalsverlust von neun Millionen Dollar gegenüber roten Zahlen von 760 Millionen Dollar im dritten Quartal des vorangegangenen Geschäftsjahres.

Das Unternehmen hatte in dem Dreimonatsabschnitt pro Aktie ein ausgeglichenes Ergebnis gegenüber einem Verlust von 23 Cent je Aktie in der entsprechenden Vorjahreszeit. Schließt man Sonderfaktoren aus, gab es einen Quartalsverlust von 61 (260) Millionen Dollar oder zwei (acht) Cent je Aktie.

Bei Sun Deutschland trägt nach Angaben von Geschäftsführer Marcel Schneider der vor einem Jahr eingeführte Lösungsvertrieb - etwa beim Thema Identity Management - inzwischen Früchte. Suns Auftragseingang sei im Berichtszeitraum zweistellig gewachsen. Im Unix-Markt habe man (verbrieft von Gartner) HP dank klarer Roadmap und Kontinuität Marktanteile abgenommen. Bei den Sparc-Maschinen verkauften sich vor allem Vier-Wege-Systeme gut, aber auch im Highend ("Sun Fire 25K") habe man 31 Prozent Wachstum erreicht.

Mit über 200 Prozent Wachstum bei den neuen Opteron-basierenden Servern erreiche Sun in Deutschland den höchsten x86-Marktanteil des Herstellers weltweit. Das Wachstum hierzulande sei insgesamt getrieben von der alten Stammkundschaft Finanzdienstleister und Telcos. Aber auch bei den Öffentlichen Händen stoße speziell die Kombination x86/Open Solaris zunehmend auf Interesse. Ansonsten sei die Nachfrage in Deutschland aber nur moderat, erklärte Schneider. Mit dem weltweiten Abschneiden zeigte sich der gebürtige Schweizer zufrieden, nicht zuletzt angesichts der Tatsache, dass das dritte Quartal bei Sun traditionell saisonal schwächer ausfällt. (tc)