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Sun: Microsoft gefährdet Web-Services-Standards

18.07.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Sun hat Microsoft vorgeworfen, die Interoperabilität von Web-Services zu gefährden, indem Spezifikationen nicht zur Standardisierung eingereicht werden. Konkret geht es um "WS-ReliableMessaging" (WS-RM), das es ermöglichen soll, XML-basierende (Extensible Markup Language) Nachrichten zuverlässig zwischen geschäftskritischen Applikationen auszutauschen. Microsoft hat die Spezifikation gemeinsam mit Bea und Tibco entwickelt und im März veröffentlicht, jedoch keinem Standardisierungsgremium vorgelegt.

Den gleichen Zweck verfolgen Sun, Oracle, Fujitsu, Hitachi, NEC und Sonic Software mit der Spezifikation "Web Services Reliable Messaging", die bereits im Februar dem Industriekonsortium OASIS (Organization for the Advancement of Structured Information Standards) zur Standardisierung vorgelegt wurde (Computerwoche online berichtete).

Es gebe keinen Grund, mit WS-RM die Entwicklung inkompatibler Standards zu betreiben, heißt es bei Sun. Leidtragende des Standardisierungsstreits sind die Anwender. Falls sich die Hersteller nicht auf interoperable Spezifikationen einigen können, verteuere sich die Integration der Unternehmens-IT mittels Web-Services erheblich, sagen Analysten. (lex)