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Südkorea protestiert gegen EU-Strafzölle auf Hynix-DRAMs

26.08.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die südkoreanische Regierung hat am Montag bei der Welthandelsorganisation (ETO) Beschwerde gegen die EU-Strafzölle auf Speicherchips von Hynix eingelegt. Die Europäische Union hatte bereits im April für zunächst vier Monate eine Abgabe von 34,8 Prozent auf DRAM-Importe des südkoreanischen Halbleiterkonzerns beschlossen. In der vergangenen Woche wurde diese Regelung auf fünf Jahre ausgedehnt (Computerwoche online berichtete). Die EU reagierte damit auf mutmaßliche Subventionen, die Hynix unter anderem über Kredite staatlicher Banken erhalten haben soll. Die südkoreanische Regierung besteht hingegen darauf, dass es sich bei den Darlehen um rechtmäßige Kredite handle, die ohne Einwirkung des Staates zustande kamen.

Presseberichten zufolge wollen nun auch das japanische DRAM-Joint-Venture von NEC und Hitachi, Elpida, sowie vier taiwanische Chiphersteller bei ihren Regierungen ähnliche Sanktionen gegen den südkoreanischen Konkurrenten Hynix vorschlagen. Die USA hatten nach der Beschwerde der DRAM-Hersteller Micron und Infineon bereits Mitte Juli die Einfuhr von Hynix-Chips mit einem Zoll von 44,29 Prozent belegt. (mb)