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Studie zu Krebsrisiko erzürnt Mobilfunkanbieter

25.02.2008
Von pte pte
Die österreichischen Mobilfunkanbieter und das Forum Mobilfunkkommunikation http://www.fmk.at/ haben heute, Montag, zu der im Januar 2008 veröffentlichten Krebsstudie von Gerd Oberfeld, Umweltmediziner der Salzburger Landessanitätsdirektion, Stellung genommen. Der Umweltmediziner stellte in seiner Studie fest, dass Anrainer der steirischen Gemeinde Vasoldsberg/Hausmannstätten durch eine C-Netz-Mobilfunkanlage einem erhöhten Krebsrisiko ausgesetzt sind. Nach Angaben der Mobilfunkbetreiber hat es an diesem Standort aber nie eine C-Netz-Anlage gegeben. Ein öffentlicher Widerruf von Gerd Oberfeld wird von den Mobilfunkanbietern gefordert. Die Resultate sorgten seit der Veröffentlichung für Unruhen in der Bevölkerung.

Die Krebsstudie wurde im Jahr 2005 vom Gesundheitsressort des Landes Steiermark in Auftrag gegeben. Ausgangspunkt der Studie war der Verdacht einer Häufung von Krebserkrankungen in der Gemeinde Vasoldsberg, der von den Bewohnern selbst geäußert wurde. Gerd Oberfeld und sein Team erfassten daraufhin ein Gebiet von 1.200 Meter rund um den Sender. Drei Stichproben wurden durchgeführt, wobei eine der Bedingung der Aufenthalt von zumindest fünf Jahren im Studiengebiet war. Basierend auf dem Melderegister umfasste die aussagekräftigste Stichprobe 67 Personen, die seit dem Bestehen der C-Netz-Anlage im Jahr 1984 bis zum Jahr 1997 an Krebs erkrankten. Das FMK sowie die Mobilfunkanbieter bezeichnen die Ergebnisse als öffentliche Panikmache, die das Ansehen der Mobilfunkanbieter schädigen und einen weiteren Netzausbau hindern würde.

"Dr. Oberfeld handelte bezüglich der Recherchearbeiten fahrlässig", kritisiert im Gespräch mit pressetext Claudia Übellacker, Leiterin des Umweltteams bei der mobilkom austria. "Zur Zeit laufen Untersuchungen, die diese Studie wissenschaftlich bewerten. Diese weist nämlich grobe statistische und methodische Mängel auf. Zudem ist die Interpretation von Dr. Oberfeld - Menschen, die nahe an einer Mobilfunkanlage leben, seien einem 120-fachigen Krebsrisiko ausgesetzt - nicht nachvollziehbar", kritisiert Margit Kropik, External Affairs und EMF, T-Mobile Austria. Johann Killian, EMVU und Umwelt, One, vergleicht die Krebsstudie mit den Ergebnissen der Überprüfung des so genannten "Salzburger Milliwatts" und meint, dass es an der Zeit ist, mit der Thematik des Milliwatt aufzuräumen. Maximilian Maier, FMK-Geschäftsführer warnt vor derartigen Angstmacher-Berichten, wie der Krebsstudie von Gerd Oberfeld. "Wir fordern eine Versachlichung der Mobilfunk-Diskussion. Zukünftig sollen schlechte Forschungen verhindert werden, denn Österreich braucht eine seriöse Mobilfunkpolitik", sagt Maier. (pte)