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Studie: Deutschland droht Fachkräftemangel für IT-Netze

11.10.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - In Deutschland zeichnet sich einer aktuellen Studie zufolge ein ernstzunehmender Mangel an Fachkräften für Entwicklung und Pflege von IT-Netzen ab. Bis zum Jahr 2008 könnten hierzulande rund 22.000 Experten mit fortgeschrittenen Netzkenntnissen fehlen. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Dienstag in München vorgestellte Studie des Marktforschungsunternehmens IDC, die der Netzausrüster Cisco Systems in Auftrag gegeben hatte.

"Die Ergebnisse bedeuten eine ernste Herausforderung für Unternehmen", sagte Ciscos Deutschlandchef Michael Ganser. Ein solcher Fachkräftemangel behindere letztlich die Wettbewerbsfähigkeit und das Wachstum in Europa, da moderne Technologien nicht optimal für den Ausbau der Geschäftsprozesse und die Kundenkommunikation genutzt werden könnten.

Mit der zunehmenden Konvergenz von Netz- und IT-Technologien ändert sich nach Einschätzung von IDC der Fähigkeiten-Katalog für Fachkräfte radikal. Es sei kaum vorstellbar, dass ein Softwareentwickler künftig noch ohne eingehende Kenntnisse von Netzen arbeiten könne, hieß es.

Während die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage in Deutschland bis 2008 auf 17 Prozent ansteigen werde, sollen es europaweit mit einer halben Million fehlender Arbeitskräfte über 15 Prozent werden. Im Bereich der Internet-Telefonie gehen die Marktforscher sogar von einer Lücke von 21 Prozent aus.

Neben der Auswertung von Basisdaten wie wirtschaftliche Wachstumsraten, Beschäftigten- und Arbeitslosenzahlen und Anzahl von Absolventen aus Fachschulen und Universitäten hat IDC für die Studie über 950 CIOs (Chief Information Officers) in 31 europäischen Ländern nach ihrem Bedarf an entsprechenden Arbeitskräften befragt. (dpa/tc)