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Staatsanwalt setzt Vossnet unter Strom

14.12.1999
Anmeldegebühr ohne Gegenleistung kassiert?

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Staatsanwaltschaft Bremen ermittelt gegen den in der Hansestadt ansässigen Telekommunikations-, Internet- und Stromanbieter Vossnet wegen Verdachts auf Betrug. Die Firma hat möglicherweise von Interessenten ohne Gegenleistung eine Anmeldegebühr von 60 Mark kassiert.

Laut Staatsanwalt bestehe der Verdacht, daß die Firma Vossnet gar keine Vorkehrungen dafür getroffen habe, daß vertragsgemäß ab Anfang 2000 Strom geliefert werden könne. Nach Recherchen des ARD-Magazins „Report“ steckt hinter der Bremer Firma der einschlägig vorbestrafte Konkursbetrüger Peter Schwarze. In einer Pressemitteilung macht Vossnet die in letzter Zeit ins Stocken geratene Liberalisierung auf dem Strommarkt für die Verzögerungen bei der Stromlieferung verantwortlich. Man werde in Kürze den Beweis antreten, daß vertragsgemäß geliefert werden könne, und zukünftig auf die Vorkasse verzichten. Darin freilich sieht der Staatsanwalt lediglich eine Beruhigungsstrategie für die 27 000 Kunden, die mit ihren 60 Mark schon etwa 1,6 Millionen Mark in die Schwarze-Kasse gespült haben. Die Kunden sollten schleunigst ihr Geld zurückverlangen, solange noch etwas zu holen sei.