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Staatsanwalt ermittelt im Siemens-Skandal gegen Ex-Vorstand Neubürger

12.01.2007
Im Schmiergeldskandal bei Siemens ermittelt die Münchener Staatsanwaltschaft I einem Pressebericht zufolge nun auch gegen den ehemaligen Finanzvorstand Heinz-Joachim Neubürger.

Der enge Vertraute des früheren Konzernchefs und heutigen Aufsichtsratsvorsitzenden Heinrich von Pierer stehe im Verdacht, von schwarzen Kassen des Konzerns gewusst und dubiose Zahlungen gedeckt zu haben, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Der 54-Jährige hatte Siemens im April 2006 überraschend verlassen. Er wäre nach Thomas Ganswindt der zweite frühere Konzernvorstand, gegen den die Staatsanwaltschaft in dem laufenden Korruptionsverfahren ermittelt.

Dem Bericht zufolge wollte sich Neubürger am Donnerstag nicht zu den Ermittlungen äußern. Bei einer Vernehmung durch die Staatsanwaltschaft am Dienstag dieser Woche habe er bestritten, in den Skandal verwickelt zu sein. Um den Termin habe Neubürger laut Siemens selbst gebeten. Im Gegensatz zu anderen Beschuldigten, die zwischenzeitlich in Untersuchungshaft saßen, sei Neubürger auf freiem Fuß geblieben. Für kommende Woche sei eine weitere Vernehmung vorgesehen.

Geständige Manager und Angestellte von Siemens hätten Neubürger im Dezember schwer belastet. Sie hätten bei der Staatsanwaltschaft ausgesagt, er sei als Finanzvorstand frühzeitig über schwarze Kassen informiert gewesen und habe versucht, fragwürdige Zahlungsvorgänge zu vertuschen. Neubürger habe daraufhin gesagt, er habe von den Korruptionsfällen im Unternehmensbereich Telekommunikation (Com) als Mitglied des Konzernsvorstandes nichts gewusst.