Trotz Rezession

Sprunghaftes Wachstum des Internet-Traffic

Alexander Freimark wechselte 2009 von der Redaktion der Computerwoche in die Freiberuflichkeit. Er schreibt für Medien und Unternehmen, sein Auftragsschwerpunkt liegt im Corporate Publishing. Dabei stehen technologische Innovationen im Fokus, aber auch der Wandel von Organisationen, Märkten und Menschen.
Die schlimmste Wirtschaftskrise seit 80 Jahren hatte keine negativen Auswirkungen auf den internationalen Internet-Verkehr - im Gegenteil.

Laut einer Untersuchung von Telegeography ist das internationale Datenvolumen im Internet von Mitte 2008 bis Mitte 2009 um 79 Prozent angewachsen. Trotz der schweren Wirtschaftskrise hat sich das Wachstum sogar noch beschleunigt: In den zwölf Monaten zuvor hatte der Anstieg des ausgetauschten Datenvolumens zwischen Staaten 61 Prozent betragen. Auch wenn Schwellenländer den größten Anstieg verzeichnen, legte der Datenaustausch über die Grenzen der USA und Kanadas zuletzt immer noch um stattliche 59 Prozent zu, so die Marktforscher.

Die Carrier müssen notgedrungen nachziehen und ihre Infrastruktur ausbauen, damit Online-Videos und mobiles Internet nicht die Verbindungen verstopfen. So kündigte Tata Communications unlängst an, die Kapazität eines asiatischen Unterseekabels früher als geplant zu vergrößern. Die Verbindung mit einer Bandbreite von 650 Gbit/s ist erst dieses Jahr in Betrieb gegangen und sollte den Flaschenhals zwischen Japan und Singapur erweitern. Nun wird sie noch 2009 aufgerüstet. Laut Telegeography ist die weltweite Übertragungskapazität im laufenden Jahr um 9,4 Tbit/s gestiegen. Vor zwei Jahren hatte sich die globale Internet-Kapazität nur auf 8,7 Tbit/s belaufen. Trotz des gewaltigen Ausbaus sei die Auslastungsrate gewachsen.