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Aktienplatzierung

Springer will Digitalgeschäft stärken

26.04.2010
Das Medienhaus Axel Springer ("Bild", "Die Welt) will den Anteil des Internet-Geschäfts am Gesamtumsatz weiter erhöhen.
Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner
Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner

"Jeder fünfte Euro, den Axel Springer erwirtschaftet, kommt heute aus dem digitalen Geschäft", sagte der Springer-Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner am Freitag auf der Hauptversammlung des Unternehmens in Berlin. Bei hochwertigen Inhalten seien die Leser bereit, für digitale journalistische Angebote zu zahlen. Er wolle aber "keine zu hohen Erwartungen wecken, denn es handelt sich eher um mittel- und langfristige Chancen", sagte Döpfner.

Ein verfrühter Abgesang auf das Print-Geschäft wäre jedoch fahrlässig, sagte Döpfner. Die Print-Titel hätten weiterhin eine hohe Ertragskraft. Die Internationalisierung und Digitalisierung seien aber die "entscheidenden Zukunftsfragen" für Axel Springer. Während 2006 der Umsatzanteil des digitalen Geschäfts bei sechs Prozent lag, legte er bis 2009 auf 21 Prozent zu.

Das Medienhaus gab am Freitag bekannt, rund 2,93 Millionen eigene Aktien bei institutionellen Investoren platzieren zu wollen. Das entspricht gut 8,9 Prozent des Grundkapitals. Der Verkauf solle zeitgleich mit einer Platzierung eines weiteren Aktienpakets aus dem Bestand der Deutschen Bank erfolgen. Dieses umfasst 2,75 Millionen Papiere oder 8,3 Prozent des Grundkapitals. Das Geschäft soll noch im laufenden Quartal über die Bühne gehen. Die in den vergangenen Monaten gut gelaufene Springer-Aktie ging nach der Ankündigung auf Talfahrt und gab bis zum frühen Nachmittag 1,4 Prozent nach.

Über ein größeres Aktien-Handelsvolumen des Unternehmens wolle Axel Springer attraktiver für Investoren werden, begründete Döpfner die Platzierung. Eine Kapitalaufnahme stehe dabei nicht im Vordergrund, sagte eine Unternehmenssprecherin.

Zeitschriften-Vorstand Andreas Wiele bestätigte, dass der frühere "Spiegel"-Chefredakteur Stefan Aust der Axel Springer AG eine Beteiligung an einem neuen Nachrichtenmagazin unter dem Projektnamen "Die Woche" angeboten habe. Eine Entscheidung über eine "klar umrissene" und "finanziell vertretbare" Investition solle bald fallen. Entscheidend sei dabei das erwartete Anzeigenaufkommen für das neue Magazin.

Nach den bereits bekannten Zahlen blieb die Axel Springer AG im Krisenjahr 2009 erwartungsgemäß hinter den Vorjahresergebnissen zurück. Der Umsatz schrumpfte um 4,3 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro, der Jahresüberschuss um 45 Prozent auf 313,8 Millionen Euro. Die Dividende soll mit 4,40 Euro je Aktie konstant bleiben. Im ersten Quartal 2010 legte der Umsatz um sieben Prozent auf 663,7 Millionen Euro zu. (dpa/tc)