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Späte Entschädigung für Worldcom-Investoren

22.09.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Aktionäre des im Jahr 2002 nach einem gigantischen Bilanzskandal kollabierten US-Carriers Worldcom erhalten insgesamt mehr als 6,1 Milliarden Dollar zurück. Die für den Fall zuständige Richterin Denise Cote bestätigte am Mittwoch einer Reihe von Vereinbarungen aus entsprechenden Sammelklagen. Trotz der Einigung "von historischen Ausmaßen" erhalten nur 830.000 von rund vier Millionen potenziell berechtigten Klägern - Personen und Institutionen, die vor dem Zeitpunkt des Zusammenbruchs von Worldcom im März 2002 Aktien des TK-Konzerns verkauft hatten oder anschließend noch Anleihen hielten - eine Entschädigung. Dabei werden den berechtigten Aktienbesitzern laut Presseberichten nur zehn Prozent ihres Verlustes erstattet, während Käufern von Worldcom-Anleihen nahezu die Hälfte des früheren Werts der Titel zusteht.

Getragen werden die Entschädigungsleistungen von Investment-Banken, Buchprüfern und ehemalige Direktoren von Worldcom. Den Löwenanteil von 2,56 Milliarden beziehungsweise zwei Milliarden Dollar müssen Citigroup und JP Morgan Chase begleichen. Auch der frühere Buchprüfer Arthur Andersen, der den Betrug nicht entdeckte, wird zur Kasse gebeten. (mb)