CES

Sony-Chef fordert offene Standards in der Unterhaltungselektronik

09.01.2009
Die Unterhaltungselektronik-Branche muss nach Ansicht von Sony-Chef Howard Stringer neuartige Dienste anbieten und bestimmte Prinzipien verfolgen, um weiterhin erfolgreich bleiben zu können.

So müssten Geräte künftig nicht nur umweltfreundlich sein, sondern auch mit sozialen Netzwerken verknüpft sein und den Austausch von Inhalten ermöglichen, sagte Stringer am Donnerstag (Ortszeit) zur offiziellen Eröffnung der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas. Vor allem müsse die Branche stärker auf offene Standards setzen. Sony selbst hat allerdings in der Vergangenheit selbst auf proprietäre Technologien wie den Speicherriegel "Memorystick", den ATRAC-Audio-Codec oder den Musikträger "MiniDisc" gesetzt.

Tom Hanks und Howard Stringer auf der Keynote-Bühne der CES 2009 in Vegas.
Tom Hanks und Howard Stringer auf der Keynote-Bühne der CES 2009 in Vegas.

Begleitet von prominenten Künstlern wie Tom Hanks, Star des neuen Sony-Films "Illuminati" (Angels & Demons), führte Stringer neue Technologien vor, die bei Sony entwickelt wurden. So demonstrierte der Sony-Chef den Prototyp eines Bildschirms in neuer OLED-Technologie, der sich flexibel wie ein Blatt Papier einrollen lässt. Sony ist der erste Hersteller, der auch Fernseher mit den neuartigen Displays produziert. Anders als herkömmliche LCD-Fernseher nutzen sie organische Leuchtdioden und ermöglichen die Herstellung von Displays, die nur noch wenige Millimeter dick sind.

Auf der Messe präsentierte das Unternehmen auch seine neuen TV-Modelle mit OLED-Display. Der Sony-Chef zeigte sich zuversichtlich, dass technologische Innovationen die Industrie der Unterhaltungselektronik aus der Krise führen werden. Derzeit wird der Konzern allerdings von der globalen Finanzkrise besonders getroffen. Erst vor wenigen Wochen hatte Sony angekündigt, weltweit 16.000 Stellen zu streichen. Für das laufende Geschäftsjahr (bis 31. März) erwartet der Konzern einen massiven Gewinnrückgang von 59 Prozent.

Trotz der allgemeinen Wirtschaftslage habe im vergangenen Weihnachtsgeschäft in den USA mehr Umsatz generiert als erwartet, sagte Stan Glasgow, Sony-Chef für den nordamerikanischen Markt. Sowohl unter Händlern als auch Konsumenten seien die Produkte des Unternehmens gefragt. Die neuen OLED-Fernseher gehörten im vergangenen Jahr zu den begehrtesten TV-Geräten. Insgesamt habe das Unternehmen bereits sieben Modelle mit einer Bildschirmdiagonale bis zu 30 Zoll im Programm. (dpa/tc)