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Sonderbelastungen und Oracles Übernahmeanstrengungen drücken Peoplesofts Ergebnis

23.04.2004

Peoplesoft muss sich im ersten Quartal mit einem deutlich geringeren Gewinn begnügen als noch ein Jahr zuvor. Unter dem Strich steht ein Nettogewinn in Höhe von 24,2 Millionen Dollar. Im Vergleich zum Vorjahresquartal, als noch ein Plus von 38,5 Millionen Dollar in den Büchern stand, bedeutet das einen Rückgang von rund 37 Prozent. Die Peoplesoft-Verantwortlichen führen den Einbruch auf Sonderbelastungen im Zuge der Übernahme von J.D. Edwards aus dem vergangenen Jahr zurück. Rechnet man Sondereffekte aus der Bilanz heraus, hätte der Gewinn auf Pro-Forma-Basis 62,4 Millionen Dollar betragen. Dagegen gelang es dem Anbieter von Enterprise-Resource-Planning- (ERP-)Software, den Umsatz um zirka 40 Prozent von 460,3 auf 643,1 Millionen Dollar zu steigern. Die Erwartungen der Analysten verfehlte Peoplesoft damit allerdings knapp. Diese hatten mit Einnahmen von rund 646 Millionen Dollar gerechnet. Die Lizenzeinnahmen der

ersten drei Monate dieses Jahres betrugen 131 Millionen Dollar und lagen damit am unteren Rand der Analystenschätzungen, die mit Erlösen zwischen 130 und 140 Millionen Dollar gerechnet hatten. Die Aktien des Softwareanbieters gaben nach Bekanntgabe des Ergebnisses nach und wurden mit knapp 18,3 Dollar gehandelt.

Angesichts des feindlichen Übernahmeangebots von Seiten der Oracle-Verantwortlichen, die 26 Dollar je Peoplesoft-Papier bieten, gerät Firmenlenker Craig Conway damit zunehmend unter Druck. So musste der Peoplesoft-CEO auch seine im Herbst vergangenen Jahres ausgegebene Parole, der Oracle-Angriff sei vorbei, revidieren. Conway machte jetzt unter anderem die Übernahmekampagne Oracles für das laue Ergebnis verantwortlich. Einige Kunden hätten Softwarekäufe deswegen verschoben beziehungsweise ganz auf Eis gelegt. Genaue Zahlen wollte er jedoch nicht verraten. Laut Peoplesofts Finanzchef Kevin Parker hat die Softwareschmiede bislang etwa 55 Millionen Dollar dafür aufwenden müssen, um den Angriff Oracles abzuwehren. Im laufenden zweiten Quartal würden weitere zehn bis zwölf Millionen Dollar hinzukommen. Nach Einschätzung von Analysten wird das Ringen um eine Übernahme Peoplesofts weiter an den

Ressourcen des Unternehmens zehren. Profitieren könnte davon in erster Linie SAP, deren Umsätze in den USA im ersten Quartal um 45 Prozent stiegen. (ba)