Umfrage

Software muss vor allem einfach sein

Heinrich Vaske ist Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und verantwortlich im Sinne des Presserechts (v.i.S.d.P.). Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung der Computerwoche - im Web und in der Zeitschrift. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte der COMPUTERWOCHE und moderiert Veranstaltungen. Weitere Interessen: der SV Werder Bremen, Doppelkopf und Bücher - etwa die von P.G. Woodhouse.
IT-Lösungen sind zu kompliziert, sagen Anwender. Innovation ist zwar gewünscht, aber Einfachheit, geringer Implementierungsaufwand und überschaubare Kosten im Betrieb sind wichtiger.

Zu aufwändige Software-Implementierungen und zu hohe Kosten belasten die Anwender. Einer Umfrage zufolge plädieren neun von zehn Unternehmen für einfachere Lösungskonzepte. Immerhin 71 Prozent halten ein Einlenken der Softwarehersteller für eine "unbedingte Pflicht", ein weiteres Fünftel für "wünschenswert". Lediglich neun Prozent sind mit der gegenwärtigen Situation zufrieden und sehen keine Notwendigkeit für Veränderungen.

Zu komplexe Software führt zu zusätzlichen Kosten beim Anwender.
Zu komplexe Software führt zu zusätzlichen Kosten beim Anwender.
Foto: d.velop AG

Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie der d.velop AG, in der mehr als 650 Firmen befragt wurden. Eindeutig fallen auch die Antworten auf die Frage aus, worauf sich die Hersteller in ihren Produktstrategien konzentrieren sollten. Während gut ein Viertel meint, die technische Weiterentwicklung müsse im Vordergrund stehen, urteilen 34 Prozent, dass es um einfachere Implementierung, Bedienung und Betrieb gehen müsse. Die größte Gruppe (39 Prozent) erachtet beide Aspekte als unabdingbar und wünscht eine Balance zwischen technischer Innovation und einfacheren Einsatz- und Nutzungsbedingungen.

Die Umfrage spiegelt den Trend wider, dass Softwarehersteller ihre Produkte funktional überfrachten, um auf möglichst viele Anforderungen reagieren und den Kundenpool ausweiten zu können. Auf der anderen Seite stehen die Anwender, die stets nur einen Bruchteil der Softwarefunktionalität brauchen und vor allem ihre Kosten im Griff behalten möchten.

Manchmal ist weniger mehr - das gilt vor allem für Business-Software.
Manchmal ist weniger mehr - das gilt vor allem für Business-Software.
Foto: d.velop AG

Mit jedem neuen Softwarerelease nehme die Zahl der programmierten Codezeilen zu und die Funktionsleisten füllten sich, beobachtet Christoph Pliete, Vorstand der d.velop AG. "Die oft versprochene Steigerung von Effizienz durch Leistungsverbesserungen der Lösungen wird mitunter vom höheren Aufwand bei Installation, Betrieb und Benutzung wieder mehr als aufgefressen", meint Pliete.

Innovation, der es nur um das Steigern des Funktionsumfangs in möglichst großen Schritten gehe, sei nicht mehr zeitgemäß. Jetzt sei Einfachheit Trumpf. Tatsächlich kritisieren in der Umfrage mehr als drei Viertel den hohen Implementierungsaufwand für aktuelle IT-Lösungen, kaum weniger bemängeln die Integrationsprobleme und fehlende Benutzerfreundlichkeit. Auch dem Wartungsaufwand geben 69 Prozent der IT-Manager schlechte Noten, zudem erachten zwei Drittel die typischen Kosten für den Betrieb von Unternehmenssoftware als zu hoch.