CeBIT

SoftM erweitert Semiramis 4.5 für mobile ERP-Prozesse

Vice President Software & SaaS Markets PAC Germany
Der in München beheimatete ERP-Spezialist SoftM erweitert die Semiramis-Lösung um mobile Funktionen, eine Kalkulation für Einzelfertiger und eine Kassenanbindung.

Das Softwareunternehmen gehört seit Anfang Februar nunmehr zu fast 80 Prozent zum polnischen IT-Konzern Comarch, der seinen deutschen Sitz in Dresden hat. Die Polen wollen mit den Produkten von SoftM, vor allem der ERP-Lösung Semiramis, Kunden in Ländern wie Polen, Frankreich und Russland adressieren. Außerdem sollen Partner gewonnen werden, die Semiramis-Software bei Unternehmen einführen und dafür Support leisten können. Comarch-Partnerfirmen werden derzeit mit der Java-gestützten Business-Software vertraut gemacht. Zudem sollen Softwarespezialisten von Comarch bei der Weiterentwicklung von Semiramis helfen. Beispielsweise wurde in Warschau ein Entwicklerteam zusammengestellt, das mit dem Semiramis-Entwicklungszentrum in Hannover zusammenarbeiten soll. SoftM entwickelt vor allem Basisfunktionen von Semiramis. Entwicklungspartner erstellen auf dieser Grundlage branchenspezifische Erweiterungen.

Hatte Sermiramis 4.4 vor allem Neuerungen auf Ebene der Plattform gebracht, will SoftM mit Version 4.5 den Funktionsumfang ausbauen. Dies ist auch erforderlich: Da es sich bei Semiramis um ein vergleichsweise junges Produkt handelt, kann es laut Anbieter nicht über den Funktionsumfang einer Business-Applikation verfügen, die seit vielen Jahren auf dem Markt ist. Der Anbieter zeigt das neue Produkt auf der CeBIT in Halle 5, Stand C16.

Mobile Kommissionierung

Laut Hersteller könnten Firmen nun jeden Semiramis-Geschäftsprozess "mobilisieren", sprich für den Zugriff über tragbare Endgeräte einrichten. Dazu zählt zum Beispiel die mobile Kommissionierung im Lager, die im neuen Release ausgebaut wurde.

An Einzelfertiger richtet sich die auftragsbezogene Kalkulation. Zahlreiche andere ERP-Lösungsanbieter verfügen bereits über diese Merkmal. Speziell für den Lebensmittelhandel wurde eine Kalkulation verschiedener Mengeneinheiten entwickelt. Sie soll es Firmen gestatten, beispielsweise Fleisch sowohl in Verpackungseinheiten als auch nach Gewicht zu verrechnen.

ERP spricht mit Kassensystemen

"Semiramis for Retail/POS" wendet sich an Einzelhändler, die unter anderem Kassensysteme anbinden und Stammdaten pflegen müssen. Zukünftig soll es für diesen Kundenkreis auch ein Modul für die Flächenbewirtschaftung geben, mit der Händler beispielsweise Verkaufsflächen über das ERP-System verwalten können. Hierbei greift SoftM auf Technik des Semiramis-Partners Polynorm aus der Schweiz zurück. Zudem gibt es nun auch eine polnische Landesversion von Semiramis.

Altum-ERP für kleine Firmen

Neben dem Produkt Semiramis will die Comarch-Tochter SoftM auch das für kleine Firmen gedachte Business-Softwareprodukt "Altum" vermarkten, das in Polen entwickelt wird. Dieses auf Microsoft .NET aufsetzende Programm soll Firmen bis 50 Mitarbeiten unter anderem eine Finanzbuchhaltung und Auftragsverwaltung offerieren, den mobilen Zugriff erlauben, Webshop-Funktionen bereitstellen und über das Internet Lieferanten anbinden können. Eine Lohnbuchhaltung gibt es nicht, wohl aber eine Anbindung an entsprechende Dienste der Datev.

Das auf dem deutschen Markt noch kaum bekannte Produkt Altum soll über Webshops vertrieben werden. Für sechs Benutzer zahlt ein Unternehmen rund 1500 Euro. Allerdings bieten Unternehmen vor allem Softwarehäuser wie Lexware, Sage sowie Softengine und SAP mit Business One bereits Software für diese Klientel an. Comarch rechnet sich dennoch Chancen aus, da sich Altum angeblich durch vorgefertigte Abläufe, mobile Anbindung sowie E-Commerce-Funktionen als Teil des Standardlieferumfangs vom Wettbewerb abhebt.

Neues Release von SoftM Suite

Laut SoftM sind Altum und Semiramis die Zugpferde im europäischen ERP-Geschäft. Das Produkt "SoftM Suite" für die IBM-Midrangerechner "System i" (vormals AS/400) werde aber weiterentwickelt. Für 2009 hat der Hersteller eine neue Version der Business-Applikation in Aussicht gestellt.