Skype öffnet sich stärker Unternehmen

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Mit "Skype for SIP" nimmt der Hersteller kleine und mittelgroße Anwenderfirmen mit IP-Telefonanlage ins Visier. Besondere Clients oder Skype Phones werden nicht mehr benötigt.

Obwohl Skype über 400 Millionen Nutzer weltweit zählt, hat es die Ebay-Tochter bislang noch nicht geschafft, mit ihrem Service nennenswerten Umsatz zu generieren. So setzen private Nutzer primär die kostenlosen Chat- und Internet-Telefonie-Funktionen ein, während den gebührenpflichtigen Diensten deutlich weniger Beachtung geschenkt wird.

Was Unternehmen anbelangt, stehen unter anderem das proprietäre Kommunikationsprotokoll von Skype und Probleme mit der Administration einer umfangreicheren (offiziellen) Nutzung im Wege. Bislang zumindest.

Skypen über normale Telefone

Nach vorangegangenen Experimenten mit der Anbindung von Skype an das quelloffene IP-TK-System Asterisk hat der Anbieter nun eine Version entwickelt, die sich dank des offenen Kommunikationstandards Session Initiation Protocol (SIP) in verschiedene Telefonanlagen integrieren lässt. Die Mitarbeiter von kleinen bis mittelgroßen Unternehmen können mit "Skype for SIP" In- und Auslandsgespräche über Skype mit ihrem normalen Bürotelefon führen, statt wie bisher ein Headset in ihren PC stöpseln zu müssen oder sich ein Skype-Telefon anzuschaffen. Fast wichtiger noch lässt sich der Dienst über die bestehende Hardware verwalten und für Systemanwendungen wie Rufweiterleitung, Konferenzschaltungen oder Voice-Mail nutzen, ohne dass ein spezielles Training nötig wird.

Derzeit läuft ein begrenzter Betatest, für den sich Interessenten unter www.skypeforsip.com bewerben können. Voraussetzung sind eine IP-PBX auf SIP-Basis sowie die Fähigkeit, die Anlage zu konfigurieren. Abgerechnet wird in diesem Versuch zu den Standardtarifen. Für Anrufe zu Festnetz- und Mobiltelefonen (SkypeOut) fallen hierzulande zwei respektive 23 Cent pro Minute an.

Benutzt die Gegenseite ebenfalls Skype, sind die Telefonate aber – wie bei der Privatkunden-Variante – kostenlos. Außerdem können die Nutzer gegen eine Gebühr in 20 Ländern lokale Skype-Nummern erwerben, um geschäftlichen Gesprächspartnern und Kunden Anrufe zum Ortstarif zu ermöglichen (SkypeIn). Nach dem Testlauf soll Skype for SIP noch in diesem Jahr auch kommerziell verfügbar sein.