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Sky Deutschland auf dem Weg aus den roten Zahlen

05.11.2013
Der Bezahlsender Sky Deutschland hat auf dem Weg aus den roten Zahlen einen weiteren großen Schritt geschafft.

Im dritten Quartal konnte der Konzern erneut kräftig zulegen. Der Umsatz kletterte zwischen Juli und September um fast ein Fünftel auf knapp 393 Millionen Euro, wie das zum Medienimperium von Milliardär Rupert Murdoch gehörende Unternehmen am Dienstag in München mitteilte.

Brian Sullivan, Chef von Sky Deutschland, erwartet für 2013 weiterhin ein erstmals positives EBITDA.
Brian Sullivan, Chef von Sky Deutschland, erwartet für 2013 weiterhin ein erstmals positives EBITDA.
Foto: Sky Deutschland

Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) schrieb der Sender erneut schwarze Zahlen. Das operative Ergebnis stieg um 57 Prozent auf 29,2 Millionen Euro. Damit schnitt das im MDax notierte Unternehmen etwas besser als von Experten erwartet ab. Sky-Chef Brian Sullivan rechnet im laufenden Jahr weiterhin mit einem positiven Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen - es wäre das erste Mal in der Geschichte von Sky Deutschland.

Aktie zieht vorbörslich an

Die Zahl der Kunden sei im dritten Quartal um 76.000 auf 3,529 Millionen gestiegen. Hier hatten Analysten etwas mehr erwartet. Unter dem Strich steht weiter ein Verlust von 14,2 Millionen Euro, der aber erneut geringer ausfiel als im Vorjahreszeitraum. An der Börse kamen die Zahlen gut an. Die Aktie, die ohnehin zu den größten Gewinnern der vergangenen Monate gehört, legte vorbörslich deutlich zu.

Experten trauen Sullivan zu, dass er den Sender auf Dauer profitabel macht. Einige Banken wie Berenberg oder die DZ Bank gehen davon, dass Sky Deutschland schon im kommenden Jahr auch unter dem Strich einen Gewinn erzielen kann. Basis dafür ist das stetige Kundenwachstum, der steigende Erlös pro Kunde und die jüngsten Kooperationen mit der Deutschen Telekom oder Vodafone. Dadurch steigt die Zahl der potenziellen Kunden enorm.

Fußball als Zugpferd

Murdoch setzt vor allem auf die Bundesliga-Rechte, um Bezahl-TV in Deutschland zu einem Erfolgsmodell zu machen. Vorbild ist dabei der britische Sender BSkyB, den er ebenfalls kontrolliert. Er hatte sich Anfang 2008 für 287 Millionen Euro knapp 15 Prozent an der Premiere AG gekauft, die Mitte 2009 in Sky Deutschland umgewandelt wurde. Der Sender brauchte in den Folgejahren immer wieder frisches Geld, das er größtenteils von Murdoch bekam.

Medienmogul Murdoch setzt auch in Deutschland auf de Fußballrechte, um Pay-TV zu einem Erfolgsmodell zu machen.
Medienmogul Murdoch setzt auch in Deutschland auf de Fußballrechte, um Pay-TV zu einem Erfolgsmodell zu machen.
Foto: Sky Deutschland

Zuletzt hatte der 82 Jahre alte Unternehmer im Januar weitere Aktien gekauft und hält jetzt die Mehrheit. Insgesamt investierte er bereits fast 1,5 Milliarden Euro in Sky Deutschland. Der Aktienkurs dürfte ihm zurzeit Freude bereiten - allein seit Mitte April legte das Papier mehr als 80 Prozent zu. Seit dem Tief im Herbst 2010 kletterte die Aktie fast 800 Prozent. (dpa/tc)