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Siemens will Infineon komplett abstoßen

14.12.2000
Der Münchner Siemens-Konzern will sich von seiner noch 71-prozentigen Beteiligung an Infineon trennen. Im Geschäftsjahr 1999/2000 wies das Unternehmen Einnahmen von 78,4 Milliarden Euro und 7,9 Milliarden Euro Gewinn aus.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Münchner Siemens-Konzern hat heute im Rahmen seiner Bilanzpressekonferenz die Absicht bekräftigt, sich komplett von seiner ehemaligen Halbleitersparte Infineon zu trennen. Siemens hält derzeit noch 71 Prozent an dem Spin-off, der im vergangenen Geschäftsjahr rund 1,7 Milliarden Euro zum Gesamtergebnis vor Steuern und Zinsen von knapp 5,2 Milliarden Euro beisteuerte.

Der operative Konzernüberschuss im abgeschlossenen Geschäftsjahr belief sich auf 3,38 Milliarden Euro, zusammen mit außergewöhnlichen Erlösen von 4,52 Milliarden Euro aus den Börsengängen von Infineon und Epcos ergibt sich eine Ergebnis nach Steuern von 7,9 Milliarden Euro, eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr (1,87 Milliarden Euro). Konzernchef Heinrich von Pierer verwies mit Stolz darauf, dass inzwischen alle Bereiche schwarze Zahlen schreiben. Für die kommenden drei Jahre stellte Pierer (ohne Infineon) ein jeweils 20-prozentiges Wachstum beim operativen Gewinn vor Steuern und Zinsen in Aussicht; die Einnahmen sollen dabei "zweistellig" wachsen.

Den Umsatz steigerte der Konzern übers Jahr von 68,6 Milliarden Euro um 14 Prozent auf 78,4 Milliarden Euro. Das Auslandsgeschäft legte mit 19 Prozent (auf 59,5 Milliarden Euro) sogar noch stärker zu. Siemens bestätigte damit im Wesentlichen die Anfang November vorgelegten vorläufigen Zahlen (Computerwoche online berichtete) und schlug der Hauptversammlung eine Erhöhung der Dividende auf 1,40 Euro (Vorjahr: 1 Euro) sowie eine Sonderzahlung von 1 Euro pro Aktie vor.