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Siemens-Gesamtbetriebsratschef erwartet weiteren Stellenabbau

09.09.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Beim Technologiekonzern Siemens droht offenbar ein weiterer Stellenabbau. "Bei den Zahlen zum Jobabbau haben wir sicher noch nicht das Ende gesehen", sagte der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende und Gesamtbetriebsratschef Ralf Heckmann der Zeitung "Euro am Sonntag".

"Wenn was kommt, dann aber erst nach dem 18. September. Die Konzernleitung nimmt aus politischen Gründen sicherlich Rücksicht auf den Wahltermin", sagte Heckmann weiter. Siemens-Aufsichstratschef Heinrich von Pierer ist Berater der Kanzlerkandidatin der Union, Angela Merkel. Ein Großteil der Kollegen sei der Meinung, dass von Pierer aus Rücksicht auf Merkel erst nach der Wahl Einschnitten zustimmt.

Heckmann rechnet mit einem Spitzengespräch zwischen Betriebsrat und Konzernführung noch vor der Gesamtbetriebsratssitzung am 20. September. Seiner Auffassung nach wird der Vorstand noch vor Ende des Geschäftsjahres am 30. September Maßnahmen bekannt geben. Die IG Metall rechnet laut "Euro am Sonntag" mit 3000 Entlassungen in der Kommunikationssparte Com. "Ausschließen kann ich das nicht", sagte Heckmann dazu.

Die jüngst erfolgte Neubesetzung der Com-Sparte mit Zentralvorstand Thomas Ganswindt beurteilte Heckmann "sehr skeptisch". Er betrachte dies eindeutig als Übergangslösung, sagte er. "Wir gehen davon aus, dass Herr Ganswindt in absehbarer Zeit an der Com-Spitze abgelöst wird."

Mit einem Verkauf der Com-Sparte rechne er nicht, sagte der Aufsichtsratsvize weiter. Denkbar sei eher eine Partnerschaft. Auch bei der defizitären Sparte SBS gebe es Handlungsbedarf. "Ich vermute, dass Herr Kleinfeld die Sache noch vor Ende des Geschäftsjahres angehen wird. Hier wird der Vorstand innerhalb der nächsten drei Wochen Flagge zeigen müssen." (dpa/tc)