CIOs haben Angst vor Kontrollverlust

Sicherheitsbedenken bremsen Cloud Computing

Dr. Andreas Schaffry ist freiberuflicher IT-Fachjournalist und von 2006 bis 2015 für die CIO.de-Redaktion tätig. Die inhaltlichen Schwerpunkte seiner Berichterstattung liegen in den Bereichen ERP, Business Intelligence, CRM und SCM mit Schwerpunkt auf SAP und in der Darstellung aktueller IT-Trends wie SaaS, Cloud Computing oder Enterprise Mobility. Er schreibt insbesondere über die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen IT und Business und die damit verbundenen Transformationsprozesse in Unternehmen.
Anzeige  CIOs können mit Cloud-Computing-Konzepten IT-Betriebskosten senken. Die Mehrheit der IT-Verantwortlichen steht dem Betrieb von Anwendungen in der "Wolke" jedoch skeptisch gegenüber. Die Gründe dafür sind laut einer aktuellen Studie Sicherheitsbedenken sowie die Angst vor Kontrollverlust.
Viele der befragten IT-Manager sind von Cloud Computing überzeugt, doch bremsen Sicherheitsbedenken deren Euphorie.
Viele der befragten IT-Manager sind von Cloud Computing überzeugt, doch bremsen Sicherheitsbedenken deren Euphorie.

Obwohl Cloud-Computing-Angebote ein hohes Potenzial für Kosteneinsparungen bieten, wollen viele CIOs noch nicht auf ein Betriebskonzept in der "Wolke" umsteigen. Jedenfalls nicht innerhalb der nächsten zwölf Monate. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom IT-Beratungshaus Avanade beauftragte weltweite Umfrage unter mehr als 500 Managern und IT-Verantwortlichen in 17 Ländern.

Fast die Hälfte der befragten Firmen zählen sich selbst zu den Organisationen, die neue Technologien früh implementieren. Dennoch setzen 61 Prozent - in Deutschland sind es 60 Prozent - derzeit noch keine Cloud-Computing-Systeme ein. Mehr als 80 Prozent planen auch innerhalb der nächsten zwölf Monate keinen Umstieg, denn sie vertrauen ihren bestehenden internen Systemen mehr als Cloud-basierten Lösungsansätzen. Gründe hierfür sind Sicherheitsbedenken und die Angst vor einem Kontrollverlust über Daten und Systeme.

Cloud Computing - Hype oder Option für die Zukunft?

Zudem haben viele Entscheider noch Zweifel, ob es sich bei Cloud Computing um ein zukunftsfähiges Konzept handelt oder nur um einen Hype. Von den befragten deutschen Unternehmen, die noch kein Cloud Computing nutzen, wollen sich 42 Prozent erst langfristig dafür entscheiden.

Gleichzeitig berichteten 42 Prozent aller Befragten weltweit, dass die aktuellen internen Systeme zu teuer seien. Bei den befragten Managern und IT-Verantwortlichen in Deutschland waren es allerdings mit einem Viertel deutlich weniger. Wenig überraschend ist daher das Ergebnis, dass 54 Prozent der weltweit befragten Manager und CIOs in Cloud Computing eine nützliche Technologie-Option sehen, um die IT wirtschaftlicher zu gestalten.

60 Prozent der Befragten in Deutschland sind der Ansicht, dass Cloud-Computing-Konzepte ihnen dabei helfen, sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren. 55 Prozent gehen davon aus, schneller auf Markt- und Geschäftsveränderungen reagieren zu können.

Rund die Hälfte der befragten Unternehmen in Deutschland, die bereits Cloud-basierte Systeme nutzen, haben diese seit Beginn der Wirtschaftskrise noch erweitert. 35 Prozent gaben an, dass die Einstiegskosten in Cloud Computing im Vergleich zu On-Premise-Angeboten niedriger seien. Zudem könnten sie mit Cloud Services auch die laufenden IT-Betriebskosten deutlich reduzieren.