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Showdown im PC-Markt: HP tritt gegen Dell an

14.02.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Hewlett-Packard will sich dem Preiskampf im weltweiten PC-Markt stellen und gegen Herausforderer Dell antreten. HP habe mittlerweile das Kostenniveau seines texanischen Konkurrenten erreicht, erklärt John Thompson, Vice President für den Bereich Commercial Products bei HP in den USA. So sei es nach dem Merger mit Compaq gelungen, verschiedene Synergie-Effekte auszunutzen und damit niedrigere Preise zu erzielen. Aufgrund des größeren Fertigungsvolumens habe man beispielsweise günstigere Preise bei den Komponentenzulieferern aushandeln können. Auch die interne Supply-Chain-Kette funktioniere effizienter.

Die Dell-Verantwortlichen machen sich indes keine großen Sorgen angesichts der Konkurrenz aus Palo Alto. Man werde die eingeschlagene Strategie nicht ändern, erklärt Firmensprecher Mike Maher. Während HP vornehmlich die Preise im Blick hat, arbeitet Dell mit Hochdruck daran, seine Produktpalette auszubauen. Neben Switches, Projektoren, Handhelds sollen bald auch Dell-Drucker das Rechnerangebot ergänzen.

Die jüngsten Zahlen der Marktforscher sprechen für die Texaner. So sicherte sich laut Gartner zwar HP den Spitzenplatz im weltweiten PC-Ranking für das Jahr 2002. Mit knapp 21,5 Millionen verkauften Rechnern ging der Marktanteil des kalifornischen Anbieters jedoch von 18,4 auf 16,2 Prozent zurück. Dell dagegen setzte mit etwa 20,1 Millionen verkauften PCs rund drei Millionen Systeme mehr ab als noch ein Jahr zuvor, und steigerte so seinen Marktanteil von 13,2 auf 15,2 Prozent. Damit greift der texanische Direktanbieter im weltweiten PC-Geschäft nach der Spitzenposition. Im US-amerikanischen Markt liegt der Hersteller aus Round Rock bereits seit 2001 in Führung. Nach Einschätzung von Roger Kay, Analyst von International Data Corp. (IDC) wird dieser Zweikampf auch in Zukunft spannend bleiben. Allerdings sollten die Anbieter nicht zu sehr danach trachten, um jeden Preis den

günstigsten Rechner auf dem Markt zu haben. Anwender würden zwar auf den Preis achten, wenn jedoch ein etwas teureres System einen entsprechenden Mehrwert wie zum Beispiel eine größere Festplatte oder mehr Arbeitsspeicher biete, seien die Kunden auch bereit, dafür zu zahlen. (ba)