Absturz um 20 Prozent

Server-Verkaufszahlen rauschen in den Keller

05.03.2009
Uli Ries ist freier Journalist in München.
Anzeige  Laut Gartner fielen im vierten Quartal 2008 Umsätze und Verkaufszahlen im Servermarkt rasant. Insbesondere den europäischen Raum erwischte es hart. Einziger Lichtblick: Blade-Server und IBMs Z-Systeme. Für das Jahr 2009 erwartet Gartner eine fortschreitende Konsolidierung.

Weltweit sanken die verkauften Stückzahlen im vierten Quartal um 11,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Die Umsätze brachen im Schnitt um 15,1 Prozent ein. Laut Gartner-Analystin Heeral Kota begann das Jahr durchaus vielversprechend, nahm im letzten Quartal dann aber einen desolaten Verlauf. Kota führt die rückläufigen Zahlen einmal mehr auf die Wirtschaftskrise zurück. Den stärksten Rückgang verzeichnete Gartner in der EMEA (Europa, Mittlerer Osten, Afrika)-Region: Der Gesamtumsatz mit Servern fiel um 20,6 Prozent im Vergleich zum vierten Quartal 2007. In Nordamerika waren es 14,6 Prozent. Einzig in Japan wurde mit einem Plus von 4,7 Prozent Wachstum festgestellt.

Die Gartner-Zahlen belegen, dass alle der fünf führenden Hersteller – IBM, HP, Dell, Sun und Fujitsu/Fujitsu-Siemens – Ende 2008 Federn lassen mussten. Der Umsatz von Branchen-Primus IBM sank um 17,4 Prozent auf 4,3 Milliarden US-Dollar, HP verlor zehn Prozent (3,9 Milliarden US-Dollar) und Dells Umsatz verringerte sich um 11,2 Prozent auf 1,4 Milliarden. Laut Gartner konnte nur IBMs Mainframesparte (Z-Server) zulegen, was unterm Strich aber nicht für positive Zahlen sorgte.

Hinsichtlich der verkauften Stückzahlen behauptete sich HP mit 690.666 verkauften Systemen trotz eines Rückgangs um 1,6 Prozent an der Spitze des Feldes vor Dell (464.072 verkaufte Server). Hierfür sind laut Gartner hauptsächlich die für HP erfreulichen Blade-Server-Verkäufe verantwortlich. Denn der gesamte Blade-Markt legte um 30 Prozent (Stückzahlen und Umsätze) zu und HP sicherte sich über 47 Prozent des Kuchens. Zusammen mit IBM (26,2 Prozent Marktanteil) dominiert HP dieses Marktsegment. Die Stückzahlen der auf Intels x86-Prozessoren basierenden Server fielen um 11,4 Prozent, was Gartner auf die relativ kurzen Einkaufszyklen bei den vergleichsweise günstigen Maschinen zurückführt.

Nachdem das vierte Quartal 2008 derart desaströs verlief, rechnet Gartner-Analystin Heeral Kota auch im Jahr 2009 mit schlechten Zahlen. Die anhaltend schwache Wirtschaft wird Einkäufer auch in den nächsten Monaten zögern lassen. „Obwohl die Konsolidierung im Servermarkt schon weit fortgeschritten ist, werden die wirtschaftlichen Bedingungen im Lauf von 2009 die Gefahr für weitere Konsolidierung ansteigen lassen“, so Kota.