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SEC verklagt Siebel erneut wegen Verstoß gegen Publizitätspflicht

30.06.2004

Die US-Börsenaufsicht SEC hat am Dienstag vor einem New Yorker Bundesgericht Anklage gegen die CRM-Softwareschmiede Siebel Systems erhoben. Die Behörde wirft dem Unternehmen und zwei seiner Manager vor, erneut gegen die Publikationspflicht (Fair Disclosure Regulation) verstoßen zu haben.

Seit Einführung der Regelung im Oktober 2000 hat die SEC lediglich fünf entsprechende Fälle zur Anklage gebracht aufgetreten, zwei davon resultierten in einer Bußgeldzahlung. Die Behörde hatte bereits Ende 2002 eine Geldstrafe von 250.000 Dollar gegen Siebel verhängt, weil das Unternehmen kursrelevante Informationen lediglich einem kleineren Kreis von Investoren zugänglich gemacht hatte. So hatte der damalige CEO Tom Siebel im November 2001 den Gästen einer Analystenkonferenz von Goldman-Sachs mitgeteilt, er rechne mit einer baldigen Normalisierung der Geschäftssituation (Computerwoche.de berichtete).

Bußgeld und Unterlassungsanordnung hielten das Unternehmen aber offenbar nicht davon ab, bereits Anfang Mai vergangenen Jahres erneut gegen die Regelung zu verstoßen: Laut SEC plauderten Finanzchef Kenneth Goldman und der damalige Investor Relations-Manager Mark Hanson bei einem Dinner mit Wall-Street-Analysten und ausgewählten Investoren Interna aus, die am Tag darauf zu einem Kursanstieg der Siebel-Aktie um acht Prozent führten. Auch auf den Kursanstieg hin habe sich Siebel nicht bemüht, den Sachverhalt umgehend per Pressemitteilung zu klären. (mb)