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SEC plant mehr Internet bei Börsengängen

03.01.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die US-amerikanische Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) macht sich fünf Jahre nach dem Dotcom-Boom auf in Richtung Internet-Zeitalter. Sie plant einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge, das Internet künftig stärker zur Verbreitung von Informationen bei der Vorbereitung von Börsengängen zu nutzen.

Bislang laufen Initial Public Offerings (IPOs) im Wesentlichen auf der Basis von US-amerikanischen Gesetzen aus den 1930er-Jahren, als kaum jemand ein Fernsehgerät besaß (geschweige denn einen BlackBerry). Die SEC möchte zukünftig etwa die Übertragung von Marketing-Roadshows per Internet gestatten - solche Veranstaltungen wären dann auch für jeder zugänglich und nicht nur für geladene Gäste hinter verschlossener Tür.

Auch soll der Versand endgültiger Emissionsprospekte (vorläufige Prospekte würde es wie gehabt zunächst in Papierform geben), festgelegter Preisspannen oder Zuteilungen per E-Mail gestattet werden. Das mag zwar im Zeitalter von Instant Messaging und Webcams nach kleinen Schritten aussehen, würde aber tatsächlich erstmals das Internet wirklich in Aktienverkäufe einbinden. "Ich sehe darin ein Eingeständnis der SEC, dass das Internet hinreichend verbreitet ist, damit Investoren es als Teil ihres Auswahlprozesses nutzen", erklärte Brian Lane, Partner bei Gibson, Dunn & Crutcher und früherer SEC-Leiter für den Bereich Corporation Finance. (tc)