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SCM kann Verluste deutlich reduzieren

20.02.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die nach dem Verkauf der Digital-Video-Sparte an Pinnacle auf IT-Security-Produkte spezialisierte SCM Microsystems hat ihren operativen Verlust im Schlussquartal 2003 deutlich verringert. Wie das deutsch-amerikanische Unternehmen bekannt gab, sank das Minus vor Zinsen und Steuern (Ebit) im weitergeführten Geschäft gegenüber dem Vorjahreszeitraum um mehr als die Hälfte von 13,8 Millionen auf sechs Millionen Dollar. Der entsprechende Nettoverlust schrumpfte sogar von 15,1 Millionen auf fünf Millionen Dollar. Parallel ging allerdings auch der Umsatz auf 12,6 Millionen Dollar zurück und lag damit deutlich unter den Erwartungen des Unternehmens. Im Schlussquartal 2002 hatte SCM Micro im Bereich IT-Security noch Einnahmen in Höhe von 23,8 Millionen Dollar erwirtschaftet.

Als Grund für das schwache Abschneiden nannte der Sicherheitsspezialist die anhaltend schwache Nachfrage. Außerdem konnte ein größerer Auftrag nicht mehr bis Jahresende abgewickelt werden, so SCM Micro.

Im Gesamtjahr 2003 sanken die Einnahmen im weitergeführten Geschäft von 90,1 Millionen auf 66,5 Millionen Dollar. Der entsprechende Nettofehlbetrag ging von 18,7 Millionen auf 8,8 Millionen Dollar zurück.

SCM Micro war es im Juni 2003 nach mehr als einem Jahr gelungen, einen Käufer für seine Digital-Video-Sparte (Markenname: Dazzle) zu finden. So übernahm der kalifornische Video-Editing-Spezialist Pinnacle Systems für 21,5 Millionen Dollar in Aktien das gesamte geistige Eigentum von Dazzle sowie die Rechte an den Hard- und Software-basierenden Digital-Video-Lösungen. Zusätzlich machte sich Zio Corporation, eine weitere Marke von SCM Micro, im Rahmen eines Management-Buy-outs selbständig und übernahm dabei den Bereich für digitale Speichermedien (Computerwoche.de berichtete).

Wie das Unternehmen nun mitteilte, verursachte die Trennung vom Endkundengeschäft 2003 erhebliche Kosten. Da gleichzeitig Verkaufserlöse von rund 25 Millionen Dollar in die Firmenkasse flossen, verfügte SCM Micro zum Jahreswechsel 2003/04 aber unverändert über liquide Mittel in Höhe von 55 Millionen Dollar.

CEO Robert Schneider erwartet, dass die Nachfrage nach Smartcard-basierten Security-Lösungen ab Jahresmitte anzieht und sich entsprechend positiv in der Bilanz niederschlägt. Im laufenden ersten Quartal stellt das Unternehmen Einnahmen zwischen zwölf Millionen und 15 Millionen Dollar und einen operativen Verlust in Aussicht. (mb)