Wer hat's erfunden?

Schweizer LCD-Erfinder gewinnt Europäischen Erfinderpreis 2013

28.05.2013
Jeder kennt sie: LCDs sind in Geräten wie Handys oder Kameras. Erfunden hat die flachen Bildschirme ein Schweizer schon 1970. Martin Schadt wurde dafür zum Europäischen Erfinder 2013.
Späte Ehrung: LCD-Erfinder Martin Schadt bekommt den Europäischen Erfinderpreis (EIA) 2013 für sein Lebenswerk.
Späte Ehrung: LCD-Erfinder Martin Schadt bekommt den Europäischen Erfinderpreis (EIA) 2013 für sein Lebenswerk.
Foto: EPO

Der Erfinder der LCD-Technologie, der Schweizer Martin Schadt, ist mit dem Europäischen Erfinderpreis 2013 ausgezeichnet worden. Der Physiker hatte als Erster das Potenzial der Flüssigkristalle für Bildschirme entdeckt. Dafür wurde er am Dienstag in Amsterdam für sein Lebenswerk vom Europäischen Patentamt geehrt. Bei einer Gala im Beisein der niederländischen Prinzessin Beatrix und rund 500 internationalen Gästen gingen weitere Preise an Erfinder aus Frankreich, Schweden, Spanien und den USA.

Der 74-jährige Schadt, der auch als "Vater des Pixels" gilt, hatte bereits 1970 das erste Patent für Flüssigkristalle angemeldet. "Die Erfindung von Martin Schadt hat unser Leben verändert und eine ganze Industrie begründet", sagte der Präsident des Patentamtes, Benoît Battistelli. Heute finden sich LCDs (Liquid Crystal Displays) in zahlreichen Geräten vom Fernseher, über Kameras bis zum Handy. Allein im Jahr 2012 wurden nach Angaben des Europäischen Patentamtes rund 120 Milliarden US-Dollar für Geräte mit dieser Technologie umgesetzt.

"Dieser durchschlagende Erfolg war in den 1970er Jahren nicht voraussehbar", sagte der aus Liestal bei Basel stammende Physiker. Er hatte nach einer Elektrikerlehre in der Abendschule sein Abitur gemacht und danach experimentelle Physik studiert. Für die Schweizer Firma Hoffmann-La Roche entwickelte er dann die LCD-Technologie.

Insgesamt vergab die internationale Jury sechs der renommierten Erfinderpreise. Der erste Publikumspreis ging an den Spanier José Luis López Gómez für eine unabhängig geführte Radaufhängung, die Hochgeschwindigkeitszüge sicherer und bequemer machen soll.

Die Jury zeichnete außerdem herausragende Erfindungen auf den Gebieten Technik, Gesundheits- und Computertechnologie aus. Dazu gehören sanft schließende Möbelscharniere (Österreich) und Nanokapseln für die Krebstherapie, die 70 Mal kleiner als rote Blutkörperchen sind (Frankreich, Italien). Weitere Preise vergab das Europäische Patentamt (München) für die Entwicklung eines schnelleren und kostengünstigeren Verfahrens zur Sequenzierung von DNA-Strängen (Schweden) und für die USB-Technologie (USA). Der Europäische Erfinderpreis wird seit 2006 jährlich verliehen. (dpa/tc)