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Schwedische Postler trennen sich von Papier und Kabel

22.11.2005
Posten AB will den Auslieferprozess online und per Funk unterstützen.

Dem Beispiel kommerzieller Paketdienste wie Fedex oder UPS folgend, rüstet die staatliche Post Schwedens ihre Fahrer mit Handhelds für die Funkkommunikation aus. Auf diese Weise will sie deren Arbeit effektiver machen. Außerdem sollen die Kunden die Möglichkeit erhalten, ihre Pakete online zu verfolgen.

Bislang benötigt die schwedische Post eine Menge Papier, um die Arbeit ihrer Mitabeiter zu unterstützen: Bei jeder Lieferung lassen die Fahrer den Kunden ein Formular unterschreiben. Wollen die Empfänger schon vorher wissen, wo sich ein Paket gerade befindet, so müssen sie - Stand heute - den Kundenservice anrufen; die dortigen Mitarbeiter müssen dann Stapel von ausgedruckten Berichten durchforsten. Immerhin können die Fahrer bereits über SMS-Botschaften auf ihre Handys informiert werden, wenn sie einen Umweg fahren sollen, um eine Sendung in letzter Minute aufzunehmen.

Das neue System macht den Papierkram überflüssig - spätestens im Sommer nächsten Jahres, wenn es komplett freigeschaltet sein wird. Dann bekommen die Fahrer jeden Morgen eines von insgesamt 25 000 Handheld-Geräten des Typs "Intermec 761". Sie melden sich individuell an, woraufhin ihre Tagesroute in elektronischer Form angezeigt wird. Last-Minute-Änderungen werden ebenfalls online übermittelt. Die Fahrer nutzten das Gerät auch, um die Pakete zu scannen und zu registrieren, bevor sie sie auf ihre Transportfahrzeuge laden. Und zuletzt bestätigt der Empfänger den Erhalt durch eine Unterschrift auf der Display-Fläche.

Innerhalb der Postniederlassungen sendet und empfängt der Fahrer Daten über ein Wireless LAN - sofern dort eines installiert ist, was in vielen Fällen an den Investitionskosten scheitern dürfte. Für den anderen Fall hat die schwedische Post einen Vertrag mit dem einheimischen Carrier Telia-Sonera AB geschlossen, der ihr die preisgünstige Nutzung des GPRS-Dienstes auch innerhalb ihres Geländes zusichert.

Für die interne Systemplattform nutzt die Post Microsofts .NET-Technik neben der Programmiersprache Java. Die Software zur Absicherung stammt von dem schwedischen Unternehmen Columbitech AB. Dessen VPN-Software ermöglicht es beispielsweise, eine "Secure Session" für die Kommunikation zwischen Fahrer und Zentrale aufrecht zu erhalten, auch wenn das Transportfahrzeug zwischenzeitlich das Netz wechselt. Schließlich soll sich der Mitarbeiter auf die Lieferung von Paketen konzentrieren - nicht auf die ständige Anmeldung im Netz. Die Geräte selbst speichern keine Daten, und wenn sie verloren gehen, lassen sie sich remote abschalten. (qua)