Einzug eigener Aktien

Schwacher Euro und Kostensenkungen helfen Software AG

29.04.2015
Der schwache Euro und Kostensenkungen haben der Software AG in einem schwierigen ersten Quartal unter die Arme gegriffen.

Der Umsatz verringerte sich trotz des Rückenwinds von Währungsseite, weil die Sparte mit Integrationssoftware beim Lizenzverkauf schwächer abschnitt. Vor einem Jahr hatte das Unternehmen aber auch von außergewöhnlich hohen Abschlüssen profitiert. Dagegen konnte der TecDax-Konzern vor allem mit Kostensenkungen punkten. Die von Experten viel beachtete operative Gewinnmarge zog unerwartet stark an.

Fahnen vor der Zentrale der Software AG in Darmstadt
Fahnen vor der Zentrale der Software AG in Darmstadt
Foto: Software AG

Im Jahresvergleich sank der Gesamtumsatz um sieben Prozent auf 194,1 Millionen Euro, wie der zweitgrößte deutsche Softwarehersteller am Mittwoch in Darmstadt mitteilte. Dabei hatte der schwache Euro eigentlich einen positiven Effekt von neun Prozentpunkten auf die Erlöse - die Software AG verkaufte in den ersten drei Monaten fast ein Drittel ihrer Produkte in US-Dollar.

Branchenexperten hatten bereits mit einem weiteren Übergangsquartal für die Software AG gerechnet. Die Neuausrichtung im Vertrieb und bei Produkten macht das Unternehmen nun auch in der Bezeichnung der Sparten deutlich: Das ehemals "BPE" genannte Geschäft mit Integrationssoftware heißt jetzt "Digital Business Platform". Diesen Bereich hatte Konzernchef Karl-Heinz Streibich zum künftigen Hauptstandbein erklärt. Zuletzt stotterte der erklärte Wachstumsmotor aber.

Der seit einigen Monaten amtierende Vertriebsvorstand Eric Duffaut will das Ruder herumreißen und mit einem neuen Ansatz die Kunden für sich gewinnen. Dazu gehört auch, zusammen mit Partnern über eine Entwicklungsplattform für Software die Umsätze zu steigern. Im ersten Quartal blieb das Geschäft mit einem Umsatzrückgang von fünf Prozent hinter dem fürs Jahr angestrebten Wachstum noch deutlich zurück - eigentlich soll die Sparte aus eigener Kraft ohne Wechselkurseffekte spürbar zulegen.

Karl-Heinz Streibich, Vorstandsvorsitzender der Software AG
Karl-Heinz Streibich, Vorstandsvorsitzender der Software AG
Foto: Software AG

Überraschen konnte dagegen vor allem die Datenbanksparte, ehemals "ETS" und ab jetzt nach den Hauptprodukten "Adabas & Natural" (A&N) benannt. Das margenstarke Geschäft mit Datenbanken für Großrechner steht mittelfristig eigentlich unter Druck von anderen Speicher- und Datenbanklösungen, erlöste zu Jahresbeginn aber dank des schwachen Euro acht Prozent mehr.

Das sorgte auch beim Ergebnis für positive Effekte. Die bei dem Unternehmen viel beachtete um Sonderposten bereinigte operative Marge zog auch dank Kostensenkungen und dem günstigeren Umsatzmix um über vier Prozentpunkte auf 24,8 Prozent an. Das gewinnträchtige Geschäft mit wiederkehrenden Wartungserlösen verlief ebenfalls unerwartet stark. Das Nettoergebnis stieg leicht von 18,6 Millionen Euro vor einem Jahr auf 18,7 Millionen Euro. An der Geschäftsprognose für das Jahr hielt das Management fest.

Vorbörslich legte die Aktie der Darmstädter um knapp drei Prozent zu. Am Vorabend hatte der TecDax-Konzern zudem bekannt gegeben, mehr als neun Prozent der eigenen Aktien einzuziehen und damit sein Kapital herabzusetzen. Der Bestand an eigenen Aktien hatte bei den Darmstädtern zuletzt über neun Prozent des Kapitals betragen. Der Erwerb eigener Aktien ist nur bis zu einer Grenze von maximal zehn Prozent zulässig. Die Kapitalmaßnahme trieb den Kurs der Papiere bereits im nachbörslichen Handel an, weil der Wert der restlichen Aktien dadurch rechnerisch steigt. (dpa/tc)