Mobilfunkausrüster

Schwache Krone verhilft Ericsson zu Umsatzplus

23.10.2015
Der schwedische Netzausrüster Ericsson hat nur dank der schwachen schwedischen Krone die schlappe Nachfrage der Carrier verdaut.

Der Umsatz kletterte im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum um drei Prozent auf 59,2 Milliarden Kronen (6,3 Milliarden Euro), wie das Unternehmen in Stockholm mitteilte. Ohne Währungseinflüsse und Zu- oder Verkäufe sanken die Erlöse um neun Prozent. Die viel beachtete Bruttomarge sank um einen Prozentpunkt auf 34,5 Prozent ab, wenn man die Kosten für das Sparprogramm herausrechnet. Damit verfehlte Ericsson die Erwartungen der Analysten. Die Aktie gab nach dem Start um gut vier Prozent nach.

Ericsson-Chef Hans Vestberg
Ericsson-Chef Hans Vestberg
Foto: Ericsson

Vor allem in Nordamerika kam es nicht zum erhofften Anziehen der Nachfrage, sondern sogar zu einem Rückgang. Unter dem Strich stand dennoch ein Gewinnplus von 19 Prozent auf 3,1 Milliarden Kronen. Hier unterstützte vor allem das seit November laufende Sparprogramm, bei dem sich Ericsson im Plan sieht. Im zweiten Quartal hatte der kostspielige Stellenabbau den Gewinn noch sinken lassen. Der Konzern hatte im März angekündigt, 2100 Stellen vor allem in seinem Heimatland zu streichen.

Im Netzgeschäft drängen vor allem chinesische Anbieter mit Niedrigpreisen auf den Markt und setzen den etablierten Konzernen aus westlichen Industriestaaten zu. Zudem schickt sich der finnische Rivale Nokia an, die Schweden mit der Übernahme des französisch-amerikanischen Unternehmens Alcatel-Lucent zu übertrumpfen.

Ericsson-Zentrale in Kista, Schweden
Ericsson-Zentrale in Kista, Schweden
Foto: Ericsson

Netzausrüster stellen Geräte für Telekommunikationsnetze her, etwa Zentralrechner für Knotenpunkte und Basisstationen für Sendemasten. Während das Geschäft in Indien und Europa wächst, halten sich die großen Telekomgesellschaften in Nordamerika derzeit mit Investitionen zurück - sie sind beim Ausbau der LTE/4G-Netze schon weiter. Auch in China ist die Nachfrage laut Ericsson abgeflaut. (dpa/tc)