802.11n

Schneller WLAN-Standard offiziell abgesegnet

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Spät, aber immerhin, hat das Standards Board des IEEE die WLAN-Spezifikation 802.11n am vergangenen Freitag ratifiziert.
Bereits vor der Freigabe gab es seit Juni 2007 von der Wi-Fi-Alliance zertifizierte "Draft-N-Produkte.
Bereits vor der Freigabe gab es seit Juni 2007 von der Wi-Fi-Alliance zertifizierte "Draft-N-Produkte.

Die Freigabe erfolgte damit genau sechs Jahre, nachdem das Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) am 11. September 2003 eine entsprechende 802.11n Task Group formell gegründet hatte. Ein Jahr zuvor war bereits eine Studiengruppe ins Leben gerufen worden, um die Machbarkeit eines Standards für drahtlose Netze mit einer Bandbreite von mindestens 100 Mbit/s zu klären.

Bislang gibt es noch keine offizielle Ankündigung des IEEE. Bruce Kraemer, der langjährige Chairman der 802.11n Task Group (diese ist wiederum Teil der für WLAN-Standards verantwortlichen 802.11 Working Groug) hat jedoch eine entsprechende Benachrichtigung an die Mitarbeiter der Arbeitsgruppe versandt, zu denen WLAN-Chiphersteller, Softwareenwickler und Netzausrüster zählen. Als einer von ihnen hat Meru Networks die Mitteilung von Kraemer in seinem Blog veröffentlicht. Wie aus der kurzen Mitteilung hervorgeht, hat das Standards Board neben 802.11n auch den WLAN-Standard 802.11w zum Schutz von Daten in Management-Verbindungen freigegeben.

Der Standard 802.11n soll den Bau von skalierbaren WLANs mit bis zu zehnmal höheren Datenraten ermöglichen als die bisherigen Standards 802.11a/b/g, theoretisch bis zu 600 Mbit/s. Unter realen Bedingungen werden dank mehrerer Antennen (MiMo = Multiple Input, Multible Output) und der Verbreiterung der Übertragungskanäle von 20 auf 40 MHz immerhin Bandbreiten von 100 bis 150 Mbit/s erreicht. Da sich ein endgültiger Standard trotz rund einem Dutzend Entwürfen und der starken Erwartungen von Industrie und Anwendern lange Zeit nicht abzeichnete, gibt es bereits seit rund zwei Jahren von der Wi-Fi-Alliance zertifizierte Enterprise-Produkte auf Basis eines Draft-N-Standards.

Der von Hersteller gebildete Zusammenschluss hat inzwischen bekannt gegeben, er werde sein Zertifizierungsprogramm ab dem 30. September aktualisieren, um WLAN-Produkte zu testen, die dem endgültigen Standard entsprechen. Obwohl sich die Freigabe deutlich verzögert hat, kamen in den vergangenen zwei Jahren nur wenige Neuerungen zu 802.11n hinzu - und selbst diese betreffen nur optionale Features. Nach Aussage der Wi-Fi-Alliance könne Anwender darauf vertrauen, dass künftige WLAN-Produkte mit dem aktuellen Draft-N-Equipment voll kompatibel sind.