Schlechte Datenpflege kostet Geld

Sascha Alexander ist Manager Marketing & Kommunikation bei der QUNIS GmbH, Neubeuern, die auf Beratung und Projekte in der Business Intelligence, Big Data und Advanced Analytics spezialisiert ist. Zuvor war der Autor als Director Communications bei den Marktforschungs- und Beratungsunternehmen BARC und PAC tätig. Als ehemaliger Redakteur der COMPUTERWOCHE sowie Gründer und Chefredakteur des Portals und Magazins für Finanzvorstände CFOWORLD verbindet ihn zudem eine lange gemeinsame Zeit mit IDG.
Seine Themenschwerpunkte sind: Business Intelligence, Data Warehousing, Datenmanagement, Big Data, Advanced Analytics und BI Organisation.
Laut einer aktuellen Umfrage hat nur jedes sechste deutsche Unternehmen seine Materialstammdaten im Griff.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Erhebung des Datenqualitätsexperten Omikron Data Quality bei 364 deutschen Firmen mit mehr als 50 Millionen Euro Umsatz. Danach weist lediglich jedes sechste Unternehmen eine geringe Fehlerquote (unter zehn Prozent) in seinen Materialstammdaten auf. Bei den übrigen Firmen führen Dubletten, falsche Klassifikationen oder unverständliche Materialtexte zu einer Fehlerquote von bis zu 30 Prozent. In neun Prozent der Unternehmen ist die Lage so kritisch, dass sie mit einer Fehlerquote von mehr als 30 Prozent fertig werden müssen.

Viele Faktoren bestimmen Datenqualität

Die Ursachen für die schlechte Qualität dieser so wichtigen Geschäftsdaten sind laut der Umfrage vielfältig. So erklärte ein Drittel der Befragten, dass in ihren Unternehmen die Prozesse und Regeln zur Stammdatenpflege nicht im erforderlichen Maß definiert seien.

Etwa gleich häufig wurden fehlende oder unklare Verantwortlichkeiten für die Datenpflege als Ursachen benannt. Hinzu kommt in drei von fünf Fällen das Fehlen angemessener Softwarelösungen, die für eine automatisierte Datenpflege sorgen könnten, und 57 Prozent der Unternehmen klagten über eine unzureichende Sensibilität für die Qualitätserfordernisse beim Stammdaten-Management. Ferner gab ebenfalls rund die Hälfte der Firmen dem internen Ressourcenmangel und der Vielzahl an Datenquellen die Schuld.

"Eine nachhaltige Datenbereinigung bringt entscheidende Wettbewerbsvorteile", kommentiert Holger Hildebrandt, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) die Umfrage. Schließlich griffen Einkauf, Bestandsführung, Disposition und Rechnungsprüfung regelmäßig auf Materialstammdaten zurück.

Gute Datenpflege stärkt die Macht der Einkäufer

Sparpotenziale ergäben sich beispielsweise daraus, dass Gleichteile, die bislang unter verschiedenen Bezeichnungen im System geführt wurden, jetzt endlich gefunden und zusammengeführt werden könnten. Außerdem lassen sich in der Materialbeschaffung und beim elektronischen Einkauf für größere Bestellmengen günstigere Preise erzielen.

(as)

Sowohl technische als auch organisatorische Gründe führen dazu, dass Unternehmen ihre Stammdaten nicht pflegen.
Sowohl technische als auch organisatorische Gründe führen dazu, dass Unternehmen ihre Stammdaten nicht pflegen.